Aare
| Dieser Artikel beschreibt einen Fluss in der Schweiz; zum gleichnamigen Ort in Schweden siehe Åre.
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| Aare
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Die Aare in Bern mit Berner Münster
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| Daten
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| Lage
| Schweiz
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| Gewässerkennzahl
| CH: 37
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| Länge
| 288,24 km Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEIS-LÄNGE_fehlt
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| Ursprung
| Oberaar- und Unteraargletscher im GrimselgebietVorlage:Infobox Fluss/QUELLKOORDINATE_fehlt
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| Quellhöhe
| 2'310 m ü. M. (Oberaargletscher)
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| Mündung
| Bei Koblenz (CH) in den Rhein 47.60619444448.22375311 47° 36′ 22″ N, 8° 13′ 26″ O47.60619444448.22375311
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| Mündungshöhe
| 311 m ü. M. [1]
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| Höhenunterschied
| 1.999 m
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| Flusssystem
| Rhein
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| Abfluss über
| Rhein → Nordsee
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| Einzugsgebiet
| 17.620 km² Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEIS-EINZUGSGEBIET_fehlt
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| AbflussmengeVorlage:Infobox Fluss/NACHWEIS-ABFLUSS
| MQ: 590 m³/s
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| Rechte Nebenflüsse
| Zulg, Emme, Önz, Murg, Pfaffneren, Wigger, Suhre, Bünz, Reuss, Limmat, Surb
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| Linke Nebenflüsse
| Lütschine, Kander, Gürbe, Saane, Zihl, Dünnern
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| Durchflossene Seen
| Brienzersee, Thunersee, Bielersee
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| Durchflossene Stauseen
| Oberaarsee, Grimselsee, Räterichsbodensee, Wohlensee, Stausee Niederried, Klingnauer Stausee
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| Großstädte
| Bern
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| Mittelstädte
| Thun, Biel/Bienne
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| Kleinstädte
| Münsingen, Solothurn, Olten, Aarau
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| Schiffbar
| Nidau - Solothurn
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Die Aare (frz. Aar, veraltet Arole) ist ein Nebenfluss des Rheins in der Schweiz. Gemessen an der Wassermenge, die sie dem Rhein zuführt, ist sie mit weitem Abstand vor Mosel, Main und Neckar der wichtigste Nebenfluss.
Ihre Gesamtlänge beträgt 288 km, das Gefälle 1565 m, ihr Einzugsgebiet 17'620 km² und der mittlere Abfluss 590 m³/s. Sie ist der längste Fluss, der von seiner Quelle bis zur Mündung innerhalb der Schweiz bleibt.
Sie entspringt den Aargletschern (Oberaar- und Unteraargletscher) im Grimselgebiet einige Kilometer südlich von Guttannen, passiert Innertkirchen und durchquert die tief eingeschnittene Aareschlucht oberhalb von Meiringen im Haslital.
Bei Brienz mündet sie in den Brienzersee, in den auch die Lütschine aus dem Jungfraugebiet mündet. Die Aare durchfliesst dann das sogenannte Bödeli, mit Interlaken als bekanntesten Ort. Danach durchquert die Aare den Thunersee, wo sie die Kander einschliesslich Simme und Engstlige aufnimmt. Der Brienzer- und der Thunersee sind schiffbar.
Bei Thun verlässt die Aare den Thunersee und fliesst durch das breite Aaretal zwischen Münsingen und dem Belpberg nach Bern. Im Belpmoos treffen die Gürbe und die Giesse zusammen und münden gemeinsam in die Aare. In Bern macht die Aare einen engen Bogen um die auf einem Geländesporn errichtete Altstadt. Mit einer seit dem Mittelalter bestehenden langen Staustufe, der Schwelle, wird ein kurzer Kanal, der Tych, abgeleitet. Wenig unterhalb umfliesst die Aare in ähnlicher Weise die Engehalbinsel, bevor sie im Wohlensee zur Stromgewinnung gestaut wird.
Nach der Einmündung der Saane bei Oltigen südlich von Aarberg fliesst die Aare durch den künstlichen Hagneck-Kanal und bei Hagneck in den Bielersee. Bei Nidau verlässt sie den Bielersee durch den Nidau-Büren-Kanal, so dass sie vor Büren wieder auf ihr altes Flussbett trifft. Die Strecke des ursprünglichen Flusslaufs zwischen Aarberg und Büren an der Aare, die sogenannte Alte Aare, bildet ein weites naturbelassenes Gebiet, das nördlich des Kanals um den weiten, bei der Flusskorrektion abgeschnittenen Altlauf im so genannten Häftli ergänzt wird. Die Aarestrecke von Nidau bis Solothurn ist ebenso wie der Bielersee schiffbar.
Solothurn: St. Ursen-Kathedrale
Nebenflüsse und Wasserbauwerke
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Von Büren an der Aare an fliesst die Aare in einer weiten Ebene, die durch Verlandung des so genannten Solothurner Sees am Ende der letzten Eiszeit entstand, dem Jura entlang in nordöstlicher Richtung durch Solothurn nach Luterbach, wo die Emme mündet. Sie fliesst dann an Wangen an der Aare, Bannwil, Aarwangen, Wolfwil, Murgenthal, Aarburg, Olten und Aarau vorbei und schliesslich in einer engen Klus durch Brugg. Dann nimmt sie kurz nacheinander Reuss und Limmat auf. Diese Gegend wird Wasserschloss der Schweiz genannt, da sich dort drei der wasserreichsten Flüsse der Schweiz vereinigen. Die Landschaft rechts der Aare zwischen Thun und Aarwangen wurde früher Klein-Burgund genannt. 60 Gemeinden in den Agglomerationen Aarau, Olten und Zofingen bildeten um 2005 eine regionale Partnerschaft unter der Bezeichnung Aareland rund um die Netzstadt Aarau/Olten/Zofingen.
Von Brugg an fliesst die Aare bei Stilli durch eine breite Klus im Jura nach Norden. Zwischen dem Ortsteil Felsenau der Gemeinde Leuggern und Koblenz (CH) gegenüber von Waldshut (DE) mündet sie in den Rhein. Für die Strecke von Biel nach Koblenz benötigt die Aare eine Fliesszeit von rund zwei Tagen bei mittlerem Wasserstand.[2] Bemerkenswert ist, dass die Aare mit 590 m³/s der wasserreichere Fluss von beiden ist (Rhein: 439 m³/s). Aus hydrologischer Sicht ist also der Rhein ein Nebenfluss der Aare, nicht umgekehrt.
Seit der Antike diente die Aare mit einigen ihren Nebenflüssen dem Schiffsverkehr. Im Mittelalter war sie ein wichtiger Grenzfluss: Sie trennte z.B. die Stammesherzogtümer Burgund und Alemannien, war Grenzabschnitt der karolingischen Reichsteilungen und trennte auch eine Weile Hochburgund vom römisch-deutschen Reich. Die heute zu beobachtenden seltsamen Grenzabschnitte, die auf kurzen Distanzen vom Aarebett abweichen, sind auf die früheren unkorrigierten Mäander zurückzuführen, die seinerzeit noch als Orientierungshilfen zur Grenzziehung dienten und heute ausgetrocknet sind. Im 19. Jahrhundert florierte im Mündungsgebiet der Aare die Holzflösserei; als Andenken wurde zwischen Stilli und Laufenburg der Flösserweg etabliert. Der Fernverkehr auf dem Fluss kam erst Ende des 19. Jahrhunderts, nach dem Bau der Eisenbahnlinien und der ersten Flusskraftwerke, zum Erliegen.
Auf mehreren Abschnitten ist der Flussverlauf durch grosse Baumassnahmen verändert worden. Seit dem 18. Jahrhundert suchten die Kantone Bern und Solothurn die durch Erosion gefährdeten Ufer an zahlreichen Stellen zu sichern. Mit der ersten Juragewässerkorrektion, einem der grössten Flussbauprojekte der Schweiz im 19. Jahrhundert, sanierten Bund und Kantone das versumpfte und von häufigen Überschwemmungen bedrohte Berner Seeland, indem die Aare und ihr Geschiebe in den Bielersee umgeleitet wurden. Seit 1939 steuert das Regulierwehr Port den Wasserhaushalt der Seen und der Aare im Abschnitt am Jurasüdfuss. Die zweite Juragewässerkorrektion verbesserte um 1960 die Wirkung der Wasserstandregulierung.
Beginnend mit den Stauseen Oberaarsee und Grimselsee im Quellgebiet dient die Aare der Elektrizitätsproduktion in zahlreichen Wasserkraftwerken. Am Flusslauf befinden sich die Schweizer Kernkraftwerke Mühleberg, Gösgen und Beznau, deren Kühlsysteme Wasser aus der Aare verwenden.
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Aare vor Guttannen fliesst in einer tiefen Klus
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Die Aareschlucht bei Meiringen um 1900
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Die Aare bei Thun um 1900
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Brücke über die Aare bei Arch
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- ↑ Bundesamt für Umwelt BAFU, http://www.hydrodaten.admin.ch/d/2116.htm
- ↑ Broschüre der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Aare
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