Tischtennis-Bundesliga
Im deutschen Tischtennis ist die Deutsche Tischtennis Liga (DTTL) bei den Herren und die 1. Bundesliga (1. BL) bei den Damen die höchste Spielklasse. Die 2. Bundesliga (2. BL) ist die zweithöchste Spielklasse bei den Herren und bei den Damen.
In der Deutsche Tischtennis Liga spielen zehn und in der 1. Bundesliga zehn Mannschaften (Saison 2009/10). Darunter gibt es für Herren und Damen eine zweigeteilte 2. Bundesliga mit jeweils neun bzw. zehn Mannschaften. Diese Liga ist in eine Nord- und eine Südgruppe aufgeteilt.
Unterhalb der 2. Bundesliga gibt es für Herren und Damen 5 Regionalligen, nämlich zwei in der Gruppe Südwest sowie jeweils eine in den Gruppen West, Süd und Nord. Die Regionalligen werden von den Regionalverbänden organisiert.
[Bearbeiten] Gründung und Spielmodus
Bis 1966 sind vier Oberligen (Gruppen Süd, Südwest, Nord, West) die höchste deutsche Spielklasse. 1965 wird auf der Bundeshauptversammlung auf Borkum die Schaffung der Bundesliga beschlossen.
Die 1. Bundesliga für Herren wird in der Saison 1966/67 eingeführt und besteht aus 8 Mannschaften mit je 6 Spielern. Qualifiziert sind die Meister der vier Oberligen. Die restlichen vier Plätze werden in einem Relegationsturnier ausgespielt, an dem die Oberliga-Mannschaften auf den Plätzen zwei bis vier teilnehmen. Somit startet die Bundesliga mit folgenden Mannschaften:
Der DTTB leistet für diese Mannschaften einen Fahrtkostenzuschuss.
Die vier Oberligen sind nun zweitklassig.
Häufig wechselt der Spielmodus. In der nächsten Saison 1967/68 wird die Anzahl der Mannschaften um zwei auf 10 erhöht. Ab 1984/85 werden Absteiger und Meister in einer Playoff-Runde ermittelt (siehe Play-off System TT 1984).[1] Ab 1986/87 wird nur noch die Meisterschaft in einer K.-o.-Playoffrunde ausgespielt (siehe Play-off System TT 1986). Da es wegen der Weltmeisterschaft 1989 Terminprobleme gibt, wird 1988/89 die Play-off-Runde nach dem einfachen K.-o.-System (ohne Rückspiel) ausgetragen.[2]
1989/90 spielen nur noch die ersten vier Mannschaften in einer Play-off-Runde: 1 gegen 4 sowie 2 gegen 3 kämpfen in einem Hin- und Rückspiel, die Sieger bestreiten das Endspiel (ohne Rückkampf).[3]
1990/91 wird die Mannschaftsstärke in der 1. BL auf vier Spieler reduziert (unterhalb der 1. BL spielen weiterhin Sechser-Mannschaften)[4] mit der Idee, die Dauer eines Mannschaftskampfes zu verkürzen und somit attraktiver für Fernsehübertragungen zu werden. Ein Jahr später wird das Endspiel im Modus Best-of-Three durchgeführt, d.h. es findet ein Hin- und Rückspiel und bei Bedarf ein Entscheidungskampf statt.[5]
1994/95 wird die 1.Bundesliga auf 12 Mannschaften aufgestockt, danach wieder auf 10 Mannschaften reduziert. 1997/98 spielen die fünf besten Mannschaften in einer Play-Off Runde den Meister aus, gegen den Abstieg kämpfen die restlichen fünf Mannschaften in einer Play-Down Runde. 1998/99 treten sechs Mannschaften in der Play-Off-Runde an. Diese Saison kann nur mit 9 Mannschaften bestritten werden, da sowohl der 1. FC Bayreuth als auch der SV Plüderhausen der 2. BL Süd auf den Aufstieg verzichten.[6] In der Saison 2000/2001 wird das Playoff-System ausgesetzt, ein Jahr später erneut eingeführt. Dabei erreichen die beiden Tabellenersten direkt das Halbfinale. Im Viertelfinale müssen sich der Dritte (gegen den Sechsten) und der Vierte (gegen den Fünften) qualifizieren.[7] 2002/03 besteht die Playoff-Runde nur noch aus vier Teams.[8]
Seit der Saison 2007/08 heißt die 1. Tischtennis-Bundesliga der Herren Deutsche Tischtennis Liga (DTTL).
Ab der Saison 2008/09 werden die beiden Bundesliga Vereine TTC Frickenhausen und Müller Würzburger Hofbräu zu TTC Müller Frickenhausen/Würzburg zusammengelegt.
Ebenso soll ein neues Spielsystem, das DTTB System, eingeführt werden, dabei wird nur auf einem Tisch, mit 3 Spielern pro Mannschaft, gespielt.
[Bearbeiten] Internationalisierung
Die Konzentration auf eine Liga ruft Sponsoren und Firmengruppen auf den Plan. Zu den Pionieren gehört Calw, das in der Saison 1977/78 als "TTC Jägermeister Calw" antritt. Es folgen beispielsweise SSV Heinzelmann Reutlingen, TTC Simex Jülich, TTF LIEBHERR Ochsenhausen u.a. Diese Sponsoren ermöglichen die Verpflichtung internationaler Spitzenspieler, etwa Dragutin Šurbek, Desmond Douglas, Andrzej Grubba, Mikael Appelgren, Wladimir Samsonow, Jan-Ove Waldner und viele mehr.
Der Einsatz vieler Ausländer ist zu jeder Zeit umstritten. Kritiker bemängeln, dass zu wenig deutsche Nachwuchsspieler eine Chance erhalten, an der Spitze mitzuspielen. Daher führt der DTTB ab der Saison 1982/83 die Regelung ein, dass jeder Verein nur noch maximal einen Ausländer einsetzen darf. Diese Regelung wird später wieder aufgehoben. Ab 1993/94 dürfen in einer Sechsermannschaft maximal zwei Ausländer mitwirken, davon muss jedoch mindestens einer EG-Ausländer sein.[9]
1988/89 wird eine zweigeteilte 2. Bundesliga eingeführt.[10] Hier besteht eine Mannschaft aus 6 Spielern. Die Regionalliga wird durch die 2.BL zur dritthöchsten Klasse degradiert.
Die "Gründungs-Mannschaften" der 2. BL:
[Bearbeiten] Aktuelle Spielzeit
In der Spielzeit 2009/2010 spielen folgende Vereine in der Deutsche Tischtennis Liga:[11]
[Bearbeiten] Gründung und Spielmodus
1972/73 startet eine zweigeteilte Damenbundesliga mit Dreier-Mannschaften mit folgenden Vereinen:
Ab 1975/76 wird diese einteilig und mit Vierer-Mannschaften durchgeführt. 1988/89 schreibt der DTTB vor, dass die Mannschaften nach Spielstärke aufzustellen sind. Ab der Saison 1992/93 wird eine Playoff-Runde ausgespielt: Die ersten vier Mannschaften ermitteln in einem Hin- und Rückspiel den deutschen Mannschaftsmeister.[12]
In der Saison 1994/95 wird das Spielsystem vom Werner-Scheffler-System umgestellt auf das Paarkreuzsystem und somit dem System der Herrenmannschaften angeglichen.[13]
Ab der Saison 2008/09 wird in der 1. Bundesliga das DTTB System für Dreiermannschaften eingeführt, die 2. BL spielt weiterhin mit Vierermannschaften. Für 2010/11 werden die Damen in der 1.BL wieder Vierermannschaften bilden.
[Bearbeiten] Aktuelle Spielzeit
In der Spielzeit 2008/2009 spielen folgende Vereine in der 1. Bundesliga:[14]
[Bearbeiten] Zweite Bundesliga Damen
1988/89 startet die zweigeteilte 2.Bundesliga mit folgenden Mannschaften:
In der Saison 1990/91 wurde eine 1. und 2. Herren-Bundesliga mit jeweils einer Nord- und Südgruppe für Rollstuhlfahrer eingerichtet. Unterhalb dieser Bundesliga wurde eine vierteilige Regionalliga geschaffen. Gespielt wird mit Zweiermannschaften.[15]
[Bearbeiten] Deutsche Mannschaftsmeister der Damen und Herren
- Zeitschrift DTS, 1986/8 S.4-20 + S.29-39
- Ausführliche Statistik der BL bis 1988 - Zeitschrift DTS, 1988/8 S.6-20
- Ausführliche Statistik der BL bis 1990 einschl. DDR-Mannschaften - Zeitschrift DTS, 1990/8 S.4-29 + 1990/9 S.12-27
- Winfried Stöckmann: Bilanz: Sprungbrett ins Glück, Rückblick auf die 2. BL, Zeitschrift tischtennis, 2008/7 S.28-29
- ↑ Zeitschrift DTS, 1984/7 S.17 + S.18
- ↑ Zeitschrift DTS, 1988/8 S.27
- ↑ Zeitschrift DTS, 1989/8 S.25
- ↑ Zeitschrift DTS, 1989/7 S.15
- ↑ Zeitschrift DTS, 1991/8 S.9
- ↑ Zeitschrift DTS, 1998/8 S.20
- ↑ Zeitschrift DTS, 2002/1 S.26
- ↑ Zeitschrift DTS, 2002/8 S.24
- ↑ Beschluss der 30. ordentlichen DTTB-Bundeshauptversammlung in Münster (Westfalen), Zeitschrift DTS, 1993/6 S.38
- ↑ Beschluss des DTTB-Beirates auf der Tagung in Bremen im Dezember 1986, Zeitschrift DTS, 1987/1 S.17-18
- ↑ Deutscher Tischtennis-Bund: Deutsche Tischtennis Liga. Abgerufen am 22. Oktober 2008.
- ↑ Zeitschrift DTS, 1992/8 S.37
- ↑ Zeitschrift DTS, 1995/8 S.27
- ↑ Deutscher Tischtennis-Bund: 1. Bundesliga Damen. Abgerufen am 22. Oktober 2008.
- ↑ Zeitschrift DTS, 1990/7 S.27
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