Kanton Genf
Der Kanton Genf ist ein französischsprachiger Kanton im Südwesten der Schweiz.
Deutsch: Republik und Kanton Genf; Französisch: République et Canton de Genève; Italienisch: Repubblica e Canton Ginevra; Rätoromanisch: Republica e Chantun Genevra.
Die Kantonshymne ist Cé qu’è lainô.
Kanton Genf, von La Barillette aus gesehen
Der Kanton Genf bildet den südwestlichen Zipfel der Schweiz. Er ist fast völlig von Frankreich umgeben (103 Kilometer Grenze zu den Départements Ain und Haute-Savoie) und hat nur eine 4,5 Kilometer lange Grenze zum Schweizer Kanton Waadt.
Der Kanton befindet sich am südwestlichen Ende des Genfersees, am Ausfluss der Rhône Richtung Mittelmeer. Der zweite wichtige Fluss ist die Arve, die von Chamonix kommend sich in Genf mit der Rhône vereint. Der Kanton liegt im «Genfer Becken» («cuvette genevoise») zwischen den vier höchsten Gipfeln der Gebirgskette Jura und den französischen Bergen Vuache, Salève und Voirons. Die Landschaft ist hügelig. Den höchsten Punkt (517,7 Meter über dem Meeresspiegel) bilden die zwei Grenzsteine 132 und 135 beim Weiler La Monniaz in der Gemeinde Jussy, der niedrigste Punkt (360 Meter über dem Meeresspiegel) ist zugleich der westlichste Punkt der Schweiz und liegt an der Rhône bei Chancy.
Der Kanton Genf hatte Ende 2008 453'439 Einwohner.[1] Er ist durch einen hohen Ausländeranteil von 38,9 Prozent (2008) der Bevölkerung gekennzeichnet.[1] Das ist doppelt so viel wie der Schweizer Durchschnitt. 180 Nationalitäten sind vertreten, aber die Mehrheit (75 Prozent) der Ausländer stammt aus Europa, vornehmlich Südeuropa.
Amtssprache ist Französisch.
[Bearbeiten] Religionen – Konfessionen
Die bereits vor 1815 zu Genf gehörenden Gebiete sind traditionell reformiert, die am Wiener Kongress angeschlossenen, vormals französischen und savoyardischen traditionell katholisch. Infolge starker Zuwanderung aus Schweizer Bergregionen und aus Südeuropa ist der Kanton heute mehrheitlich katholisch. Staat und Kirche sind seit 1907 nach französischem Vorbild getrennt.
Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert formal vom Jahre 1847, wurde 1958 aber grundlegend überarbeitet und ist auch seither mehrmals geändert worden.
Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat (Grand Conseil). Er hat 100 Mitglieder (Grossräte), die vom Volk nach Verhältniswahlrecht für eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt werden. Die letzte Wahl fand am 11. Oktober 2009 statt und ergab folgendes Resultat[2]:
7000 Wahlberechtigte haben das Recht zu verlangen, dass ein vom Grossen Rat erlassenes Gesetz dem Volksentscheid unterworfen wird (Referendum). 10'000 Wahlberechtigte können selbst ein Gesetz vorschlagen (Volksinitiative (Schweiz)|Volksinitiative).
Ausführende Behörde ist der Staatsrat (Conseil d’Etat). Er besteht aus sieben Mitgliedern (Staatsräte), die vom Volk nach Mehrheitswahlrecht für eine feste Amtszeit von ebenfalls vier Jahren gewählt werden. Seinen Vorsitzenden wählt der Staatsrat alle Jahre aus seiner Mitte.
Gerichte sind die Cour de justice, die Cour d’assises, die Cour correctionnelle und die Cour de cassation. Verwaltungsrechtliche Streitigkeiten beurteilt das Tribunal administratif. Ferner gibt es mehrere Spezialgerichte.
Genf ist Sitz zahlreicher internationaler Behörden, bedeutende Bank- und Handelsstadt, hat diverse Industrien und ist Kongresszentrum. Auch der Tourismus hat einen wichtigen Stellenwert.
Die wichtigsten Kraftwerke im Kanton sind die Laufwasserkraftwerke Barrage de Verbois (466 GWh/Jahr) und Chancy-Pougny (210 GWh/Jahr), die Müllverbrennungsanlage Les Cheneviers (125 Gigawattstunden pro Jahr) und das Laufwasserkraftwerk Barrage du Seujet (20 Gigawattstunden pro Jahr).
Stadt und Kanton sind national und international erschlossen: zweitgrösster Flughafen der Schweiz (Genève-Cointrin), Anschluss an das französische Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz (TGV), Autobahn Lyon–Bern. Der lange Zeit vernachlässigte regionale öffentliche Verkehr wird derzeit mittels des erneuten Ausbaus des zuvor stark reduzierten Strassenbahnnetzes wieder stark gefördert.
→ Hauptartikel: Geschichte des Kantons Genf
Der Kanton Genf wurde 1815 aus der Stadt Genf, deren Untertanengebieten sowie den ihm vom Wiener Kongress zugesprochenen ehemals französischen und savoyardischen Territorien (zum Beispiel Stadt Carouge) gebildet; zur Geschichte bis dahin siehe den Artikel Genf. Das aristokratische Regime hielt sich bis zur liberalen Revolution vom 7. Oktober 1846. Im folgenden Jahr 1847 gab sich Genf eine neue Kantonsverfassung und stimmte 1848 der neuen schweizerischen Bundesverfassung zu. Seither gehört es zu den liberalen Kantonen der Schweiz.
Siehe auch: Fahne und Wappen des Kantons Genf
Gemeinden des Kantons Genf
(Stand 12. November 2009)
Das Genfer Kantonsgebiet gliedert sich in 45 Gemeinden, deren Autonomie wie in der französischen Schweiz verbreitet indes nur gering ist.
Siehe auch: Gemeinden des Kantons Genf
Der Kanton Genf kennt keine Einteilung in Bezirke. Das Bundesamt für Statistik führt den gesamten Kanton jedoch als einen Bezirk unter der BFS-Nr.: 2500.
Portal: Genf – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Genf
- ↑ a b Office cantonal de la statistique, République et Canton de Genève: Bilan et état de la population du canton de Genève en 2008. Genève 2009
- ↑ Endgültige Resultate der Wahl des Grand Conseil vom 11. Oktober 2009
pnb:جینوا
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