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Kanton Genf




République et Canton de Genève
Republik und Kanton Genf
Wappen République et Canton de GenèveRepublik und Kanton Genf
Wappen des Kantons Genf
Basisdaten
Hauptort: Genf
Fläche: 282 km²
Einwohner: 453'439 (2008)
Bevölkerungsdichte: 1587 Einw./km²
Beitritt zur
Eidgenossenschaft:
1815
Abkürzung: GE (ISO:CH-GE)
Sprachen: Französisch
Website: www.GE.ch
Karte
Lage des Kantons

Der Kanton Genf ist ein französischsprachiger Kanton im Südwesten der Schweiz.

Deutsch: Republik und Kanton Genf; Französisch: République et Canton de Genève; Italienisch: Repubblica e Canton Ginevra; Rätoromanisch: Republica e Chantun Genevra.

Die Kantonshymne ist Cé qu’è lainô.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Kanton Genf, von La Barillette aus gesehen

Der Kanton Genf bildet den südwestlichen Zipfel der Schweiz. Er ist fast völlig von Frankreich umgeben (103 Kilometer Grenze zu den Départements Ain und Haute-Savoie) und hat nur eine 4,5 Kilometer lange Grenze zum Schweizer Kanton Waadt.

Der Kanton befindet sich am südwestlichen Ende des Genfersees, am Ausfluss der Rhône Richtung Mittelmeer. Der zweite wichtige Fluss ist die Arve, die von Chamonix kommend sich in Genf mit der Rhône vereint. Der Kanton liegt im «Genfer Becken» («cuvette genevoise») zwischen den vier höchsten Gipfeln der Gebirgskette Jura und den französischen Bergen Vuache, Salève und Voirons. Die Landschaft ist hügelig. Den höchsten Punkt (517,7 Meter über dem Meeresspiegel) bilden die zwei Grenzsteine 132 und 135 beim Weiler La Monniaz in der Gemeinde Jussy, der niedrigste Punkt (360 Meter über dem Meeresspiegel) ist zugleich der westlichste Punkt der Schweiz und liegt an der Rhône bei Chancy.

[Bearbeiten] Bevölkerung

Der Kanton Genf hatte Ende 2008 453'439 Einwohner.[1] Er ist durch einen hohen Ausländeranteil von 38,9 Prozent (2008) der Bevölkerung gekennzeichnet.[1] Das ist doppelt so viel wie der Schweizer Durchschnitt. 180 Nationalitäten sind vertreten, aber die Mehrheit (75 Prozent) der Ausländer stammt aus Europa, vornehmlich Südeuropa.

[Bearbeiten] Sprachen

Amtssprache ist Französisch.

[Bearbeiten] Religionen – Konfessionen

Die bereits vor 1815 zu Genf gehörenden Gebiete sind traditionell reformiert, die am Wiener Kongress angeschlossenen, vormals französischen und savoyardischen traditionell katholisch. Infolge starker Zuwanderung aus Schweizer Bergregionen und aus Südeuropa ist der Kanton heute mehrheitlich katholisch. Staat und Kirche sind seit 1907 nach französischem Vorbild getrennt.

[Bearbeiten] Verfassung

Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert formal vom Jahre 1847, wurde 1958 aber grundlegend überarbeitet und ist auch seither mehrmals geändert worden.

[Bearbeiten] Legislative

Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat (Grand Conseil). Er hat 100 Mitglieder (Grossräte), die vom Volk nach Verhältniswahlrecht für eine feste Amtszeit von vier Jahren gewählt werden. Die letzte Wahl fand am 11. Oktober 2009 statt und ergab folgendes Resultat[2]:

Partei Prozent Sitze
Liberale Partei (LPS) 16,71 % 20
Grüne Partei (GPS) 15,34 % 17
Mouvement citoyens genevois (MCG) 14,74 % 17
Sozialdemokratische Partei (SP) 12,91 % 15
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 9,91 % 11
Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) 9,59 % 11
Schweizerische Volkspartei (SVP) 8,56 % 9
Sonstige Parteien 12,25 %

7000 Wahlberechtigte haben das Recht zu verlangen, dass ein vom Grossen Rat erlassenes Gesetz dem Volksentscheid unterworfen wird (Referendum). 10'000 Wahlberechtigte können selbst ein Gesetz vorschlagen (Volksinitiative (Schweiz)|Volksinitiative).

[Bearbeiten] Exekutive

Ausführende Behörde ist der Staatsrat (Conseil d’Etat). Er besteht aus sieben Mitgliedern (Staatsräte), die vom Volk nach Mehrheitswahlrecht für eine feste Amtszeit von ebenfalls vier Jahren gewählt werden. Seinen Vorsitzenden wählt der Staatsrat alle Jahre aus seiner Mitte.

[Bearbeiten] Judikative

Gerichte sind die Cour de justice, die Cour d’assises, die Cour correctionnelle und die Cour de cassation. Verwaltungsrechtliche Streitigkeiten beurteilt das Tribunal administratif. Ferner gibt es mehrere Spezialgerichte.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Genf ist Sitz zahlreicher internationaler Behörden, bedeutende Bank- und Handelsstadt, hat diverse Industrien und ist Kongresszentrum. Auch der Tourismus hat einen wichtigen Stellenwert.

Die wichtigsten Kraftwerke im Kanton sind die Laufwasserkraftwerke Barrage de Verbois (466 GWh/Jahr) und Chancy-Pougny (210 GWh/Jahr), die Müllverbrennungsanlage Les Cheneviers (125 Gigawattstunden pro Jahr) und das Laufwasserkraftwerk Barrage du Seujet (20 Gigawattstunden pro Jahr).

[Bearbeiten] Verkehr

Stadt und Kanton sind national und international erschlossen: zweitgrösster Flughafen der Schweiz (Genève-Cointrin), Anschluss an das französische Hochgeschwindigkeits-Bahnnetz (TGV), Autobahn LyonBern. Der lange Zeit vernachlässigte regionale öffentliche Verkehr wird derzeit mittels des erneuten Ausbaus des zuvor stark reduzierten Strassenbahnnetzes wieder stark gefördert.

[Bearbeiten] Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Kantons Genf

Der Kanton Genf wurde 1815 aus der Stadt Genf, deren Untertanengebieten sowie den ihm vom Wiener Kongress zugesprochenen ehemals französischen und savoyardischen Territorien (zum Beispiel Stadt Carouge) gebildet; zur Geschichte bis dahin siehe den Artikel Genf. Das aristokratische Regime hielt sich bis zur liberalen Revolution vom 7. Oktober 1846. Im folgenden Jahr 1847 gab sich Genf eine neue Kantonsverfassung und stimmte 1848 der neuen schweizerischen Bundesverfassung zu. Seither gehört es zu den liberalen Kantonen der Schweiz.

Siehe auch: Fahne und Wappen des Kantons Genf

[Bearbeiten] Städte und Orte

Gemeinden des Kantons Genf

[Bearbeiten] Grösste Orte

Gemeinde Einwohner
Bernex 9463
Carouge 19'000
Chêne-Bougeries 10'000
Chêne-Bourg 7886
Collonge-Bellerive 7346
Genf 188'000
Lancy 28'000
Le Grand-Saconnex 11'000
Meyrin 21'000
Onex 17'000
Plan-les-Ouates 9605
Thônex 13'000
Vernier 32'000
Versoix 13'000
Veyrier 9677

(Stand 12. November 2009)

[Bearbeiten] Gemeinden

Das Genfer Kantonsgebiet gliedert sich in 45 Gemeinden, deren Autonomie wie in der französischen Schweiz verbreitet indes nur gering ist.

Siehe auch: Gemeinden des Kantons Genf

[Bearbeiten] Bezirke

Der Kanton Genf kennt keine Einteilung in Bezirke. Das Bundesamt für Statistik führt den gesamten Kanton jedoch als einen Bezirk unter der BFS-Nr.: 2500.

[Bearbeiten] Siehe auch

Portal Portal: Genf – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Genf

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Kanton Genf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Office cantonal de la statistique, République et Canton de Genève: Bilan et état de la population du canton de Genève en 2008. Genève 2009
  2. Endgültige Resultate der Wahl des Grand Conseil vom 11. Oktober 2009
pnb:جینوا
Wissen im Web, 2010.
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