McDonald’s
McDonald’s-Logo auf einem Mast
Die McDonald’s Corporation ist ein US-amerikanischer Betreiber von weltweit vertretenen Fastfood-Restaurants. Obwohl McDonald’s nicht über die meisten Filialen verfügt, ist es die umsatzstärkste Fast-Food-Kette der Welt.[2]
Geschichte
Unternehmensgründung
Das erste McDonald’s-Restaurant wurde am 15. Mai 1940 von den Brüdern Richard und Maurice („Mick&Mack“) McDonald in San Bernardino, Kalifornien eröffnet. Das Restaurant wurde nach 1948 bekannt, als die Brüder eine innovative und rationelle Art, Hamburger zuzubereiten, einführten, und auf Selbstbedienung umstellten. Neil Fox wurde 1953 erster Franchisenehmer der Brüder. Erstmals zierten die „Golden Arches“ sein Restaurant in Phoenix, Arizona. 1954 trat der Milchshake-Mixer-Verkäufer Ray Kroc an die Brüder McDonald mit dem Vorschlag heran, weitere McDonald’s-Restaurants zu eröffnen, da er von der Effizienz des Restaurants beeindruckt war. Er versuchte, Walt Disney, seinen Kameraden aus Kriegstagen, dazu zu bringen, ihm die Eröffnung eines McDonald’s-Schnellrestaurants im damals im Bau befindlichen Disneyland zu erlauben. Als Disney ablehnte, eröffnete Kroc sein erstes eigenes Restaurant in Des Plaines, Illinois. Die ersten Franchisenehmer rekrutierte Kroc überwiegend aus seinem näheren Freundes- und Bekanntenkreis. Aufgrund mangelnder Eignung einiger von ihnen und konzeptioneller Fehler, wie z. B. Zusagen zum Gebietsschutz, drohte das nun stark expandierende Unternehmen fast unterzugehen; heute versucht der Konzern in seinen Publikationen diese kritische Periode weitestgehend auszublenden.
Der Erfolg Krocs beruht auf mehreren Faktoren. Zum einen auf einem ausgeklügelten System der Mitbestimmungsrechte seitens der Franchisenehmer bei strategisch bedeutenden Entscheidungen, vor allem im Bereich der geplanten Aktionen auf Restaurantebene, zum anderen auf der Entwicklung eines der lukrativsten Immobilienvermarktungskonzepte der Geschichte. Ein ursprünglich für die Immobilienerschließung zuständiger Mitarbeiter Krocs, Harry Sonneborn, hatte das Konzept entwickelt, Hamburger- und Immobiliengeschäft untrennbar miteinander zu koppeln, indem Franchisenehmer zukünftig umsatzabhängige Pachten zahlen mussten. Strategische Partnerschaften mit anderen Großkonzernen sicherten die für diese Entwicklung wichtigen „Hamburger-Umsätze“ strategisch ab. Beispiele sind die mit der Coca-Cola-Company entstandene Kooperation und die fast schon symbiotische Beziehung zwischen McDonald’s und Disney. Eine Zusammenarbeit, die sich beispielsweise in den regelmäßigen Kooperationen (filmbezogene Beigaben in den HappyMeals und entsprechendes Werbematerial in den Filialen) des Hamburgerbraters und des Medienkonzerns zeigt. Zugleich wuchs McDonald’s zum weltweitgrößten Abnehmer von Coke-Produkten auf.
Der Vertrag mit den McDonald-Brüdern sah vor, dass Kroc für die Expansion der Kette zuständig war, während die Brüder die Kontrolle über die Produktion behielten und an den Gewinnen beteiligt waren. 1961 wurde Kroc zunehmend unzufrieden mit dieser Konstellation. Nach einigen Verhandlungen stimmten die inzwischen wohlhabenden McDonald-Brüder zu, die Rechte an der Marke McDonald’s für 2,7 Mio. US $ an Ray Kroc zu verkaufen. Das Geld hierfür hatte Kroc von mehreren Investoren geliehen, darunter auch ein Investment-Portfolio, an dem die Universität Princeton und einige andere amerikanische Elite-Universitäten beteiligt waren. Der Vertrag erlaubte den Brüdern, ihr Restaurant weiter The Big M zu nennen. Es blieb geöffnet, bis Kroc die Brüder ausbootete, indem er ein McDonald’s direkt auf der anderen Straßenseite eröffnete. Wenn die Brüder den ursprünglichen Vertrag beibehalten hätten, der ihnen 0,5 % der jährlichen Einnahmen der Kette garantierte, würden sie heute fast 180 Mio. $ pro Jahr erhalten. Krocs Firma hieß ursprünglich McDonald’s Systems Inc. und wurde 1960 in McDonald’s Corporation umbenannt. 1977 schrieb Kroc seine Autobiographie „Grinding It Out“.
Internationale Expansion
Koscheres McDonald’s-Restaurant in Buenos Aires am Sabbat (daher geschlossen)
Seitdem hat McDonald’s auf der ganzen Welt Restaurants eröffnet. Am 31. Januar 1990 wurde das erste russische McDonald’s in Moskau eröffnet. Im Gegensatz zu den USA, wo McDonald’s von vielen als Inbegriff für billiges, minderwertiges und ungesundes Essen angesehen wird, gilt McDonald’s-Essen in Teilen der Welt, zum Beispiel in der Volksrepublik China (wo es auch in Peking das größte McDonald’s-Restaurant der Welt gibt) als Statussymbol, und die Restaurants werden noch immer für ihre Atmosphäre und Sauberkeit bewundert. In den USA leben 50 % der Bewohner keine drei Autominuten von der nächsten McDonald’s-Filiale entfernt. In Deutschland findet sich im Schnitt alle 16 km ein entsprechender Standort. Das Unternehmen war nach eigenen Angaben gegen Ende der 90er Jahre in rund 120 Ländern aktiv. Seitdem hat sich der Konzern aufgrund schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen aus einigen Regionen wieder zurückgezogen, der Börsengang seiner japanischen Tochter blieb weit hinter den Erwartungen der meisten Analysten zurück. Nach eigenen Angaben Ende 2005 ist McDonald’s in 100 Ländern aktiv.
In Latein- und Südamerika betreibt Arcos Dorados (Buenos Aires) 1.750 Restaurants in 19 Ländern. Der Umsatz 2008 von 3,5 Mrd. US-Dollar konnte gegenüber 2007 von 2,58 Mrd. US-Dollar um 26 Prozent gesteigert werden.[3]
McDonald’s beispielsweise ist seit 1993 auch in Israel vertreten und hat dort Restaurants eröffnet, welche die Koscher-Regeln beachten. Seit 1999 gibt es auch in der Abasto-Shopping-Mall in Buenos Aires (Argentinien) ein koscheres Restaurant. Alle Restaurants, die koscheres Essen anbieten, sind am Sabbat geschlossen. 1963 wurde in einem katholischen Stadtviertel von Cincinnati, Ohio zum ersten Mal der Fish-Mac angeboten, da dort Freitags kein Fleisch gegessen wurde. Analog hierzu gibt es in islamisch geprägten Ländern helal (d. h. den islamischen Speisevorschriften entsprechend ausgelegte) McDonald’s und im hinduistischen Indien keine Rindfleischgerichte und stattdessen Geflügelburger sowie den auf Lammfleisch basierenden „McMaharadscha“. 1992 öffnete das erste marokkanische McDonald's Restaurant an der mondänen Corniche von Casablanca, unweit der neu gebauten Hassan-II.-Moschee. Im Fastenmonat Ramadan bietet McDonald's in Marokko ein landestypisches Menü mit der Fastensuppe Harira und Datteln an. Heute gibt es in Marokko etwas mehr als 20 Filialen, 50 % der Produkte werden von einheimischen Firmen geliefert.[4] McDonald's ist der wichtigste Sponsor der marokkanischen SOS-Kinderdörfer.
Der in Ländern mit angloamerikanischem Maßsystem verbreitete „Quarter Pounder“ wird in Ländern mit metrischem System meist als „Hamburger Royal“ bezeichnet, weil ein metrisches Viertelpfund über 10 g schwerer als ein englisches ist und die Firma den Fleischklops nicht entsprechend vergrößern wollte.
1990 bis heute
Von 1991 bis zu seinem Tod am 19. April 2004 war Jim Cantalupo Chef des weltgrößten Restaurantkonzerns. Sein Nachfolger bei McDonald’s, der Vorstandsvorsitzende Charlie Bell, trat am 23. November 2004 wegen einer Darmkrebserkrankung von seinem Posten zurück. Neuer Vorstandsvorsitzender wurde der 60-jährige Jim Skinner. Präsident und neuer CEO wurde der Chef des US-Geschäfts, Mike Roberts. Unter der Führung von Cantalupo und Bell konnte die Fastfood-Kette ihren Umsatz deutlich steigern. Neue Speisekarten mit Salaten und neuen Frühstücksvarianten wurden als Grund genannt. In dieser Zeit wechselten sich in Deutschland als Vorstandsvorsitzende der Deutsche Gerd Raupeter, der Holländer Adrian Hendrix (2003) und der Serbe Bane Knezevic (Juli 2005) in rascher Folge ab. Der zuvor in Österreich tätige Bane Knezevic ist seitdem als President Western Division neben Deutschland auch für Österreich sowie die mittelosteuropäische Länder Ungarn, Polen, Tschechien, Slowenien und Kroatien verantwortlich. Hiermit setzt sich der Trend fort, innerhalb Europas supranationale Verwaltungsverbünde zu schaffen, um einerseits Synergien zu nutzen und andererseits nationale Kompetenzen zu reduzieren.
McDonald’s Europa wird seit Mitte 2005 in drei Divisions (Süd, Nord, West) sowie die Region Osteuropa untergliedert. Der Franzose Denis Hennequin ist seit dem 1. Juli 2005 als President McDonald’s Europe für die Unternehmenstätigkeit in 51 Ländern verantwortlich, nachdem er 1996–2004 als President und Managing Director von McDonald’s Frankreich tätig war. 2004 wurde Hennequin zum Executive Vice President von McDonald’s Europe ernannt und arbeitete in dieser Funktion sehr eng mit Russ Smyth, Präsident von McDonald’s Europe, bis zu dessen Ausscheiden aus dem Unternehmen zusammen.
Seit 2005 ist die Österreich-Tochter des Konzerns der „West Region“ in München unterstellt, nachdem sie zuvor der „Zentraleuropa-Zentrale“ am Flughafen Schwechat unterstand. Von dieser aus hatte Zentraleuropa-Chef Andreas Hacker rund 1400 Filialen in Osteuropa eröffnet. Im vierten Quartal 2005 verließ Andreas Hacker den Konzern mit der Anmerkung, der „Spaßfaktor“ sei zunehmend verloren gegangen.
Anfang März 2006 gab der „Managing Director“ von McDonald’s Österreich Harald Sükar seinen Rückzug aus dem Chefsessel der Österreich-Tochter des Konzerns bekannt. Der 1958 geborene und seit 1986 beim Fast-Food-Konzern beschäftigt Brite David Newman wurde neuer Österreich-Chef. Zuvor war er unter anderem für die McDonald’s-Töchter in elf zentral- und osteuropäischen Ländern zuständig. Kritiker bringen Sükars Rücktritt mit dem seit dem Tod von McDonald’s-Konzernchef Jim Cantalupo 2004 zunehmenden Bedeutungsverlusts des Wiener Standorts in Verbindung.
Unternehmensstruktur
Eines der Markenzeichen von McDonalds: Der Bigmac
McDonald’s ist ein Unternehmen der Systemgastronomie und betreibt gegenwärtig ca. 31.000 Restaurants in über 100 Ländern unter der eigenen Marke. Gegründet wurde das Unternehmen ursprünglich 1940 von den Brüdern Richard und Maurice („Mick&Mack“) McDonald. Die Grundlagen des Unternehmenskonzeptes legte der Handelsvertreter Ray Kroc, der den Brüdern das Gastronomiekonzept später abkaufte und zum international umsatzstärksten Gastronomiekonzept weiterentwickelte.
Zu den unter der eigenen Marke auftretenden Restaurants kommen noch aufgekaufte, aber nicht in „McDonald’s“ umbenannte Restaurants verschiedener, vor allem amerikanischer Ketten („Partner-Brands“) sowie eine Minderheitsbeteiligung an der britischen Kette Pret A Manger. 2008 betrug der Umsatz des Konzerns weltweit rund 22,8 Mrd. US-$, der Gewinn belief sich auf ca. 3,5 Mrd. US-$.
Deutschland
Am 4. Dezember 1971 eröffnete die erste deutsche Filiale in der Martin-Luther-Straße in München im Stadtteil Obergiesing, sie ist heute noch in Betrieb. Die erste Filiale in den neuen Bundesländern wurde im Sommer 1990 im sächsischen Plauen eröffnet. Die umsatzstärkste deutsche Filiale befindet sich am Münchener Karlsplatz (Stachus).
In Deutschland firmiert das Unternehmen als McDonald’s Deutschland Inc., eine Gesellschaft nach dem Recht des US-amerikanischen Bundesstaats Delaware. Die meisten durch Franchisenehmer geführten McDonald’s-Restaurants sind hingegen deutsche GmbHs. Seit Mitte der 1990er Jahre werden immer mehr Standorte an Franchisenehmer übergeben.
Die deutsche Zentrale befindet sich heute in München. Neben diesem sogenannten Hauptservicecenter (HSC) existieren fünf weitere regionale Service Center in München, Offenbach am Main, Düsseldorf, Hamburg und Berlin. In Frankfurt-Niederrad befindet sich die Testküche, in der McDonald’s Europe Produkte testet und entwickelt. Am Firmensitz in Oak Brook unterhält McDonald’s eine offizielle Trainingseinrichtung für ausgewählte Mitarbeiter, die sogenannte Hamburger University. Diese unternehmensinterne Fortbildungseinrichtung verleiht, ebenso wie ihr deutsches Pendant, lediglich unternehmensintern anerkannte Abschlüsse, also keine allgemein anerkannten Hochschulabschlüsse.
2008 gab McDonald’s Deutschland Inc. bekannt, dass in Deutschland durchschnittlich 58.000 Mitarbeiter beschäftigt wurden, das ist im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 3.000 Mitarbeitern. Davon standen 2.398 (2007: 2.028) Auszubildende unter Vertrag. 2008 legten 416 Auszubildende erfolgreich ihre Prüfung vor der IHK ab. Täglich wurden zudem 2,58 Millionen Gäste in einer von 1.333 McDonald’s-Filialen in Deutschland bedient, das machte im Jahr 2008 insgesamt 942 Millionen (2007: 927,1 Millionen) Gäste. Der daraus resultierende Jahresumsatz für das Jahr 2008 in Deutschland betrug 2,83 Milliarden Euro.[5]
Einige Städte und Immobilienbesitzer mit strengen Gestaltungssatzungen und Anforderungen haben McDonaldsfilialen mit besonderen Signets und Design hervorgebracht. Dazu gehört unter anderem ein McDonald mit einem traditionellen handgeschmiedeten Wirtshausschild in Rothenburg ob der Tauber sowie der McDonalds vor der Rudolf Steiner Schule auf der Münchener Leopoldstraße mit einem Schriftzug in athroposophischem Design.
Geschäftsentwicklung
Die Anzahl der deutschen Mitarbeiter lag im Jahr 2005 bei 49.000. Im Jahr 2005 wurden 1264 Restaurants betrieben.
Geschäftszahlen International (Quelle: McDonald’s Corporation 2005 final fact sheet/für 2005 Pressemitteilung)
| Jahr | Umsatz in Mrd. Dollar | Gewinn in Mrd. Dollar | Anzahl Standorte
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| 2000 | 14,243 | 1,977 | 28.707
|
| 2001 | 14,870 | 1,637 | 30.093
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| 2002 | 15,406 | 0,893 | 31.108
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| 2003 | 17,140 | 1,471 | 31.129
|
| 2004 | 19,065 | 2,278 | 31.561
|
| 2005 | 20,460 | 2,602 |
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Geschäftszahlen Deutschland (Quelle: Jahresberichte McDonald’s D. Inc./ McDonald’s Corporation/ für 2005 Pressemitteilung)
| Jahr | Umsatz in Mrd. € | Anzahl Franchisenehmer (Ø Anzahl Standorte /Franchisenehmer | Anzahl Standorte (davon Satellites) | Anzahl Mitarbeiter (ca./im Jahresmittel) | Anzahl Gäste (in Mio.) | Anzahl Auszubildende
|
| 2000 | | | 1.091 (21) | 50.000 | |
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| 2001 | | | 1.152 (32) | 47.000 | |
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| 2002 | 2,278 | 263 („Zwei oder mehr“) | 1.211 (62) | 47.000 | 715 | 788
|
| 2003 | 2,27 | 272 (3,2) | 1.244 (90) | 47.000 | 740,8 | 920
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| 2004 | 2,30 | 271 (3,3) | 1.262 (107) | 47.000 | 751,8 | 1.432
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| 2005 | 2,42 | 268 (3,4) | 1.264 | 49.000 | 848 | 1.669
|
| 2006 | 2,57 | 265 (3,5) | 1.276 | 52.000 | 891 | 1.949
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Die in Deutschland am meisten verkauften Produkte sind der Cheeseburger, gefolgt vom Chickenburger und dem Big Mac.[6]
Frankreich
In Frankreich eröffnete das erste McDonald’s-Restaurant im September 1979 in Straßburg im Departement Bas-Rhin (Unterelsass). 2004 bediente das Unternehmen nach eigenen Angaben mit 40.000 Mitarbeitern ca. 438 Millionen Gäste in 1.035 Restaurants, wobei ein Umsatz von 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet wurde.
Italien
Filiale in Viterbo, Italien
In Italien wurde die erste Filiale 1985 in der Südtiroler Landeshauptstadt Bozen eröffnet. Nach zehn schwachen Jahren, in denen nur 33 Restaurants eröffnet wurden, begann der wirtschaftliche Aufstieg mit der Übernahme des italienischen Konkurrenten Burghy von Cremonini, der zu diesem Zeitpunkt etwa 80 Standorte unterhielt. 2004 arbeiteten für das Unternehmen 12.000 Mitarbeiter in der Verwaltung und den rund 340 Filialen; 180 Millionen Besucher brachten dem Unternehmen einen Umsatz von 527 Millionen Euro ein.
Niederlande
Im niederländischen Zaandam öffnete McDonald’s im August 1971 seine erste europäische Filiale. 2004 wurden in 225 Restaurants 156 Millionen Gäste durch 15.000 Angestellte bedient. Am Strand von Den Haag befindet sich eine der wenigen Filialen, welche den „McBeach“ anbietet.
Eine weitere Besonderheit der niederländischen Filialen ist der „McKroket“. Dieser Burger besteht aus einem Brötchen und den in Holland sehr beliebten Fleischkroketten, sowie einer Dressingsoße.
Österreich
Die erste McDonald’s-Filiale in Österreich eröffnete am 27. Juli 1977 im Parterre des Palais Wertheim am Schwarzenbergplatz in der Inneren Stadt von Wien. Mittlerweile existieren 169 McDonald’s-Filialen in Österreich. Mit 64 Franchise-Nehmer beschäftigt Mac Donalds Österreich ca. 6.500 Mitarbeiter, die 2005 einen Umsatz von 308 Millionen EUR erzielten und 100 Millionen Gäste bedienten und 2008 einen Umsatz von 406 Millionen Euro erwirtschafteten.[7]
Russland
Die erste Filiale Russlands wurde noch zu Zeiten der Sowjetunion 1990 am Moskauer Puschkinplatz eröffnet. Dies war zur Zeit der Eröffnung das größte McDonald’s-Restaurant der Welt und ist mit über 20 Kassen heute (2006) immer noch das größte Europas. Im Juni 2006 gab es in 17 Städten Russlands 150 Restaurants, davon etwa die Hälfte in Moskau. Der Konzern erhält sein Einkommen vor allem aus festen oder prozentualen monatlichen Mieten, die sich jeweils nach dem Nettoumsatz richten. Harry J. Sonneborne, einer der Gründer von McDonald’s, sagte eines Tages folgendes: Eigentlich sind wir ja ein Immobilien-Unternehmen. Der einzige Grund, warum wir Hamburger verkaufen, ist die Tatsache, dass diese am meisten Gewinn abwerfen, von dem unsere Restaurantbesitzer uns Miete zahlen können (Schlosser, 96 f.). Berechnet man die Miete pro Quadratmeter, wird man auch in der „Provinz“ auf höhere Preise als im Frankfurter Bankenviertel kommen. Der Konzern selbst betont in diesem Zusammenhang, es handele sich um Pacht-Einnahmen, da er neben der eigentlichen Immobilie auch die spezielle Küchentechnik zur Verfügung stelle. In Deutschland hatten in der Vergangenheit einige Lizenznehmer das Unternehmen wegen unzulässig hoher Mieten verklagt.
Schweiz
In der Schweiz wurde die erste Filiale 1976 in Genf eröffnet. Im Jahr 2008 bedienten 6'800 Mitarbeitende in 147 Filialen rund 90 Millionen Gäste. Ursprünglich sollte das erste Restaurant an der Bahnhofstrasse in Zürich eröffnet werden, aufgrund von Protesten in der Stadtbevölkerung entschied man sich zunächst für Genf. Erst einige Jahre später wurde eine Filiale in Zürich eröffnet.
Filialtypen und Vertriebsschienen
Herkömmliche Filialen
Jedes McDonald’s-Restaurant gehört zu einer von vier Hauptvarianten:
- In-Store: Meist in bereits vorher existierenden Gebäuden in Innenstädten, Einkaufszentren oder Bahnhöfen angesiedelte Restaurants.
- Freestander: Restaurants in häufig zu diesem Zweck errichteten, standardisierten Neubauten am Stadtrand, in Autobahnnähe wie auch an Hauptverkehrsstraßen. Wo immer möglich werden diese mit einem McDrive, d. h. einem zusätzlichen Autoschalter und einem Werbeturm (Pylon) versehen.
- Satellites: sehr kleine Restaurants ohne Sitzmöglichkeiten und mit eingeschränktem Produktangebot, logistisch stets an ein größeres McDonald’s-Restaurant angebunden. Die ursprünglich verwendete Bezeichnung McExpress wird in Deutschland in der Regel nicht mehr verwendet.
- Angebundene Filialen: angebundene Filialen sind sehr kleine, aber dennoch mit Sitzplätzen ausgestatteten Restaurants. Meist sind sie an einer Tankstelle oder einer Raststätte angebunden. Die erste Filiale dieser Art steht in Darmstadt. Die Produktpalette ist leicht eingeschränkt.
Die häufig als McWalk oder McStop bezeichneten zusätzlichen Fußgängerschalter findet man an einzelnen Filialen in Stadtzentren (In-Stores), d. h. zumeist in Fußgängerzonen. Ein McWalk findet sich zum Beispiel in Hamburg (Ida-Ehre-Platz), Hannover (Bahnhofstraße), in Oldenburg (Lange Straße), in Hamm/Westfalen und im Bavaria Filmpark München.
In Duisburg, Köln und Frankfurt am Main wurde in den neunziger Jahren eine Kooperation mit C&A durchgeführt, in dem kleinere Restaurants mit dem Namen McDonald’s Express und eingeschränktem Produktangebot eröffneten.
Das weltweit kleinste McDonald’s-Restaurant (mit einer Fläche von lediglich knapp 46 m2) befindet sich in Tokio, Japan. Das größte hingegen am International Drive in Orlando (Florida). In Europa ist das größte McDonald’s-Restaurant das am Roten Platz in Moskau. Bis zu dessen Bau befand sich die größte Filiale am Flughafen in Frankfurt am Main. Das nördlichste Restaurant liegt in Rovaniemi, Finnland, das südlichste in Invercargill, Neuseeland. Fast 400 Meter unter dem Meeresspiegel an der Küste des Toten Meeres in En Bokek, Israel liegt das am niedrigsten gelegene Restaurant der Kette. Die höchste McDonald's-Dichte (mit einem Filialenabstand von etwa 400 Metern) findet man im Stadtteil Manhattan in New York.
McDrive
Der erste McDrive, ein Drive-in-Restaurant einer McDonald’s-Filiale, wurde im Jahre 1975 in der Stadt Sierra Vista, Arizona, eingeführt. In Deutschland entstand die entsprechende erste Autospur erst Anfang der 1980er-Jahre (in Ludwigsburg).
Die Bezeichnungen McDrive oder Drive-in stammen nicht von den US-Filialen, dort heißt es drive-thru (drive-through). Für die Bezeichnung McDrive entschied man sich aufgrund der leichteren Aussprache im Vergleich zum englischen „th“. Das erste Schweizer Drive-in entstand 1990 in Wil SG.
McCafé
Das erste McCafé wurde 1993 in Australien eröffnet, das erste offizielle McCafé in Deutschland eröffnete erst 2003 in Köln. Bisher gibt es McCafés zumeist an Flughäfen, Bahnhöfen und in Großstädten; allerdings nur als „Shop im Shop“, das heißt sie befinden sich in einem McDonald’s-Restaurant. Zuvor hatte der größte süddeutsche Franchise-Nehmer Michael Heinritzi bereits im Jahre 2000 ein eigenes McCafé-Konzept in seinem Restaurant auf dem Irschenberg (an der Autobahn) eröffnet. Ende 2004 ernannte die Zentrale in München Braunschweig (vier McCafés) und Helmstedt zu Testmärkten. Bis Ende 2005 wurden in Deutschland insgesamt 54 McCafés eröffnet.
Im Januar 2008 hatte sich die Zahl der Cafés mit 397 bereits fast verdoppelt. Im Laufe des Jahres 2008 wurden in den deutschen Restaurants weitere 142 McCafés eröffnet. 2009 soll es weitere 100 Neueröffnungen geben.[8][5] In Österreich gibt es derzeit 39 McCafé-Filialen.[9]
Weitere Vertriebsformen
Weitere Versuche, neue Vertriebsformen zu erschließen, waren z. B. in der Schweiz und Deutschland der McTrain, ein Speisewagen von McDonald’s für die SBB bzw. die DB, das McPlane, ein Flugzeug mit McDonald’s-Angeboten, wiederum in der Schweiz der McBus sowie, als Privatprojekt des damaligen schweizerischen Franchisenehmers, das McHotel am Zürcher Flughafen. Auch auf der Autoschnellfähre Stena Explorer, die zwischen dem britischen Holyhead und dem irischen Dún Laoghaire verkehrt, wurde eine McDonald’s-Filiale betrieben, die mittlerweile jedoch an den Konkurrenten Burger King übergegangen ist.
Gesellschaftliche Bedeutung
Name und Logo von McDonald’s gehören zu den bekanntesten Symbolen weltweit, die internationale Verbreitung der Kette und ihres Geschäftsmodells gab Anlass zu verschiedenen Begriffsbildungen. Der Big-Mac-Index vergleicht die Preise des international verbreiteten Produkts der Kette in verschiedenen Ländern und ermöglicht einen sehr einfach strukturierten globalen Kaufkraftvergleich. Als McDonaldisierung bezeichnet der amerikanische Soziologe George Ritzer in einer Theorie aus dem Jahr 1993 die Anwendung verschiedener Aspekte von Fastfood-Restaurants wie des zugrundeliegenden Management- und Rationalisierungsmodells in anderen Gesellschaftsbereichen[10]. Als McJob werden pejorativ wenig dauerhafte und schlecht bezahlte Arbeitsplätze bezeichnet und kritisiert.
Mit Bezug auf Richard Cobden bezeichnete Thomas Friedman das Logo von McDonald’s als Symbol einer zunehmend friedlicheren, durch starke Handelsbeziehungen verflochtenen Welt und spitzte dies 1999 in seiner humorigen These von den Goldenen Bögen der Konfliktprävention zu. Es sei extrem unwahrscheinlich, dass zwei Staaten, in denen die amerikanische Fastfood-Kette Restaurants betreibe, Krieg gegeneinander führten.[11] Ein bekanntes Gegenbeispiel ist allerdings der im gleichen Jahr begonnene Kosovokrieg. Naomi Kleins 2000 erschienenes Buch No Logo hingegen kritisiert die weltweite Verbreitung der Kette sowie das intensive Marketing von McDonald’s und anderen international tätigen Unternehmen vor allem bei Jugendlichen und Kindern als Ausdruck und Ursache eines „Markenwahns“ auf Kosten lokaler Produktion und Handelsbeziehungen.
Nach Eric Schlosser[12] war der Erfolg von McDonald’s in der Entstehungszeit der Kette insbesondere durch die im Vergleich zu klassisch US-amerikanischen Diners vermehrte Familientauglichkeit des Restaurants bedingt. Viele Diners und Hamburger-Restaurants zogen mit lauter Musik und attraktiven weiblichen Bedienungen vor allem männliche Jugendliche an. McDonald’s war hingegen auf im puritanischen Sinne „moralisch saubere“ Angebote für die ganze Familie bedacht. McDonald's kam dabei auch Unterstützung durch Öffentlichkeit und Presse zugute.
Schlossers ansonsten sehr kritischem Buch zufolge ist heute McDonald’s der größte private Anbieter von Spielplätzen in den USA und sein Logo sowie die hauseigene Identifikationsfigur Ronald McDonald bei US-amerikanischen Kindern fast so bekannt wie der Weihnachtsmann. Eine Charity-Organisation der Firma in Deutschland, die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung, baut und betreibt sogenannte Ronald-McDonald-Häuser im Umfeld von überregional wichtigen Kinderkliniken zur gemeinsamen Unterbringung von Familien während der Behandlung schwer kranker Kinder.
Im Rahmen des McLibel-Falls, einer langjährigen Verleumdungsklage in Großbritannien wegen eines McDonald’s-kritischen Flugblatts, wurden Geschäftspraktiken und Umgang des Unternehmens mit Kritikern wie auch die britische Verleumdungsrechtsprechung heftig kritisiert. International bekannt wurde ebenfalls der Fall Stella Liebeck. McDonald’s wurde zu über einer halben Million US-Dollar Schmerzensgeld und Strafschadensersatz verurteilt, nachdem eine Frau durch im Auto verschütteten Kaffee der Kette Verbrühungen erlitten hatte. Der Fall führte zur Widmung des Stella Awards, der für übertriebene oder kuriose Schadenersatzklagen und Gerichtsurteile verliehen wird.
Kritik
In seinem Buch Ganz unten kritisierte Günter Wallraff 1985 die damaligen Arbeits- und Hygienebedingungen eines McDonald’s-Restaurants in Deutschland. 1986 klagte McDonald’s erfolgreich gegen Wallraff’s Darstellung, dass „das Rindfleisch in den Hamburgern hochresistente Salmonellen (enthalte) und durch Wassereinlagerungen aufgemotzt“ werde. Er durfte jedoch weiterhin behaupten: „In der Küche ist zuweilen Rotze auf dem Grill“ und „Aschenbecher und Tische werden mit demselben Lappen geputzt wie Toilettenbrillen.“[13]
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warf dem Unternehmen in der Vergangenheit wiederholt vor, die Bildung von Betriebsräten an einzelnen Standorten aktiv zu verhindern und die in den Tarifverträgen vorgesehene automatische Lohnerhöhung nach einjähriger Betriebszugehörigkeit an vielen Standorten nicht umzusetzen, sondern erst auf Nachfrage die entsprechenden Mitarbeiterlöhne zu erhöhen.[14]
Film
Literatur
- John F. Love: Die McDonald’s story: Anatomie eines Welterfolges. Heyne, München 1996 ISBN 3-453-09916-8
- Günter Wallraff: Ganz unten. Kiepenheuer und Witsch, Köln 1985, ISBN 3-462-01716-0. „Essen mit Spaß“ oder Der letzte Fraß Kapitel zu McDonald’s
- Siegfried Pater: Zum Beispiel McDonald’s. Lamuv, Göttingen 2003, ISBN 3-88977-595-0 (2. Aufl.)
- Eric Schlosser: Fast Food Nation. 2001. Houghton Mifflin, New York. S. 96 f. → auf Deutsch: Fast Food Gesellschaft. Sonderausgabe. Fette Gewinne, faules System. 2003. Riemann, ISBN 3-570-50043-8
- Naomi Klein: No Logo!. Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-15312-3.
- Morgan Spurlock: Angriff der Killer-Burger: Wie Fast Food uns krank macht. 2006. Droemer/Knaur, ISBN 3-426-77855-6
- Morgan Spurlock: Golden Arches East: McDonald’s in East Asia. Stanford University Press, 1997, ISBN 0-8047-3205-1
- Klaus Werner, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen. Die Machenschaften der Weltkonzerne. 2003, ISBN 3-216-30715-8.
- Cara B. Ebbeling, PhD; Kelly B. Sinclair, MS, RD; und andere: The Journal of the American Medical Association, „Compensation for Energy Intake From Fast Food Among Overweight and Lean Adolescents“: Zusammenfassung (aufschlussreiche Studie über die Auswirkungen von Fastfood auf Teenager)
- Jeremy Rifkin: Beyond Beef: Rise and Fall of the Cattle Culture. HarperCollins, New York 1994, ISBN 0-7225-2979-1 (umfangreiche Studie über die Auswirkungen der dem Hamburgergeschäft zu Grunde liegenden internationalen Fleischwirtschaft) (engl.)
- Willy Schneider: McMarketing – Einblicke in die Marketing-Strategie von McDonald’s. Gabler, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8349-0160-6.
Weblinks
- Portale und Videos
Einzelnachweise
- ↑ Mcdonalds.com, Restated certificate of incorporation of McDonald's corporation (MS-Word-Format), abgerufen am 25. Oktober 2007
- ↑ http://boerse1.web.de/news/news_detail.asp?nr=616142
- ↑ Süddeutsche Zeitung - Mc Donalds fährt Rekordeinnahmen in Lateinamerika ein (Zugriff am 25. März 2009)
- ↑ http://fr.wikipedia.org/wiki/McDonald%27s#Pr.C3.A9sence_dans_le_monde
- ↑ a b mcdonalds.de: Zahlen und Fakten, abgerufen am 17. Februar 2009
- ↑ Interview mit dem Deutschland-Chef Bane Knesevic. abgedruckt in: mobil (Das Magazin der Deutschen Bahn). Nr. 5/2009, S. 86
- ↑ Oberösterreichs Neue sowie Heute vom 27. Februar 2009
- ↑ n-tv.de: Mehr Kaffee bei McDonald's - Angriff auf Starbucks
- ↑ Website von McDonald´s Österreich abgerufen am 17. November 2008
- ↑ George Ritzer: Die McDonaldisierung der Gesellschaft S. Fischer, 1997 ISBN 3-596-13811-6
- ↑ Thomas Friedman: The Lexus and the Olive Tree. 1999, überarbeitet 2000
- ↑ Eric Schlosser, Fast Food Nation, Penguin Books, 2002 ISBN 0-06-083858-2
- ↑ http://www.sueddeutsche.de/panorama/833/375642/text/
- ↑ http://www.sfs-dortmund.de/odb/Repository/Publication/Doc%5C8%5Cbeitr144_betriebsrarsarbeit.pdf
41.8350213061-87.9443657397
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