Schlacht bei Custozza (1866)
Bei Custozza (ital.: Custoza), einem kleinen Dorf südwestlich der italienischen Stadt Verona, errang das Kaisertum Österreich 1848 und 1866 zwei militärische Siege gegen das Königreich Piemont-Sardinien bzw. gegen Italien.
Am 25. Juli 1848 traf das Heer des Königreichs Sardinien-Piemont unter Leitung des Königs Karl Albert auf die Südarmee des Kaiserreichs Österreich unter Leitung von Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz. König Karl Albert versuchte, Italien unter seiner Führung zu vereinigen und musste dazu die Vorherrschaft Österreichs in Norditalien brechen. Unter Führung Radetzkys gelang es den Österreichern, die piemontesischen Truppen zu besiegen. Aus Anlass seines Sieges komponierte Johann Strauß den Radetzkymarsch. Der Sieg sicherte die Kontrolle Österreichs über die Lombardei bis zur Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859.
Im Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieg von 1866 versuchte Italien, das nach der Schlacht von Solferino und dem Waffenstillstand von Villafranca bei Österreich verbliebene Venetien und auch das Trentino militärisch zu erobern. Bei Custozza kam es am 24. Juni 1866 zu einem unvermittelten Aufeinandertreffen der beiden Heere. Den Österreichern gelang dabei ein glücklicher Sieg, da die Italiener unzusammenhängend kämpften und nach einem ersten unbedeutenden Misserfolg auf einen Gegenangriff verzichteten (Österreich 1.200 Tote, Italien 600 Tote). Aus ganz ähnlichen Gründen verloren die Italiener auch die anschließende Seeschlacht von Lissa. Den einzigen italienischen Erfolg im Krieg von 1866 erfocht
Garibaldi beim nordwestlich des Gardasees gelegenen Bezzecca.
Da das mit Italien verbündete Preußen Österreich in der Schlacht von Königgrätz besiegt hatte, musste Österreich Venetien trotz seiner militärischen Erfolge im Süden an Italien abtreten.
- Albrecht Friedrich von Österreich: Erster offizieller Bericht über die Schlacht bei Custozza am 24. Juni 1866, in: Österreichische Militärische Zeitschrift, Jahrgang 1866, Nr. 2
- Alberto Pollio: Custoza (1866). Stab. Poligr. per l' Amministrazione della Guerra, Rom 1923
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