Tischtennisweltmeisterschaft 2005
Die 48. Tischtennis-Weltmeisterschaft fand vom 29. April bis zum 6. Mai 2005 in Shanghai (Volksrepublik China) statt. China war damit nach 1961 und 1995 zum dritten Mal Ausrichter der Tischtennisweltmeisterschaft. Es wurden nur Einzelwettbewerbe durchgeführt, Mannschaftswettbewerbe fanden turnusgemäß nicht statt.
Mit dem deutschen Herrendoppel Timo Boll und Christian Süß konnten zum ersten Mal seit 16 Jahren (Jörg Rosskopf/Steffen Fetzner wurden 1989 in Dortmund Weltmeister) wieder deutsche Athleten bei einer Einzelweltmeisterschaft eine Medaille gewinnen.
[Bearbeiten] Abschneiden der Deutschen
Betreut wurden die deutschen Aktiven von Richard Prause, Tobias Beck und Dirk Schimmelpfennig.
Timo Boll erreichte nach Siegen über Joao Monteiro (Portugal), Wenguan Huang (Kanada) und Jörgen Persson (Schweden) das Achtelfinale. Hier verlor er gegen den Chinesen Liu Guozheng mit 3:4. Jörg Rosskopf gewann gegen Ri Chol Guk (Nordkorea) und Wu Chih-Chi (Taiwan). In der dritten Runde schied er gegen Chen Qi (China) aus. Ebenso weit kamen Zoltan Fejer-Konnerth (Sieg über Kostadin Lengerov (Österreich), Lee Jin Kwon (Korea), Niederlage gegen Kong Linghui (China)) und Bastian Steger (Sieg über Lubomir Pistej (Slowakei), Jean-Michel Saive (Belgien), Niederlage gegen Lucjan Błaszczyk (Polen)). Christian Süß setzte sich gegen Cai Xiao Li (Singapur) durch, unterlag danach aber dem Chinesen Hao Shuai. Lars Hielscher schied bereits in der ersten Runde gegen Segun Moses Toriola (Nigeria) aus.
Am weitesten kam Elke Wosik, die gegen Carina Jonsson (Schweden) und Martina Safran (Slowenien) gewann, jedoch in der dritten Runde von Guo Yue (China) besiegt wurde. Nicole Struse überstand lediglich Runde 1, wo sie sich gegen Biljana Todorovic (Slowenien) durchsetzte. Danach verlor sie gegen Sayaka Hirano (Japan). Auch Kristin Silbereisen kam bis in Runde zwei. Sie schaltete zunächst Matilda Ekholm (Schweden) aus, dann unterlag sie Li Jia Wei (Singapur). Endstation in der ersten Runde war für Tanja Hain-Hofmann (2:5 gegen Pan Li-Chun (Taiwan)) und Irene Ivancan (1:4 gegen Kim Mi Yong (Nordkorea)).
Überragend war natürlich die Silbermedaille für Boll/Süß. Sie gewannen gegen Chang Yen Shu/Chou Tung-Yu (Taiwan), Choi Hyun Jin/Oh Sang-eun (Korea), Michael Maze/Finn Tugwell (Dänemark), Lucjan Błaszczyk/Wang Zeng Yi (Polen) und die amtierenden Olympiasieger Chen Qi/Ma Lin (China). Im Endspiel war das chinesische Doppel Kong Linghui/Wang Hao überlegen und gewann mit 4:1. Hielscher/Rosskopf setzten sich gegen Chiang Hung-Chieh/Wu Chih-Chi (Taiwan) durch, verloren aber danach gegen Chiang Peng-Lung/Chuan Chih-Yuan (Taiwan). Ebenso in Runde 2 gelangten Fejer-Konnerth/Steger durch einen Sieg über Kirill Skachkov/Artur Grigoriev (Russland). Die Franzosen Patrick Chila/Damien Éloi waren dann aber zu stark.
Struse/Silbereisen scheiterten im Achtelfinale an Lau Sui Fei/Song Ah Sim (Hongkong), nachdem sie sich gegen Chiu Soo Jin/Ng Sock Kim (Malaysia) und Svetlana Ganina/Irina Palina (Russland) durchgesetzt hatten. Hain-Hofmann/Wosik gewannen gegen Kasturi Chakraborty/Nandita Saha (Indien) und schieden dann gegen Bai Yang/Guo Yan (China) aus.
Fejer-Konnerth/Struse qualifizierten sich durch Siege über Kaii Song Haiwei Yoshida/Saki Man Li Kanazawa (Japan), Cheng Yinhua/Jasna Reed (USA) und Ryu Seung-min/Kim Hye Hyun (Korea) für das Achtelfinale, wo sie den Chinesen Qiu Yike/Cao Zhen unterlagen. Die drei anderen deutschen Mixed schieden in Runde zwei aus: Steger/Wosik (Sieg gegen Joao Monteiro/Silva Lucia (Portugal), Niederlage gegen Janos Jakab/Maria Fazekas (Ungarn)), Hielscher/Hain-Hofmann (Sieg gegen Jonathan Salazar/Paula Medina (Kolumbien), Niederlage gegen Adrian Crişan/Otilia Bădescu (Rumänien)), Süß/Silbereisen (Sieg gegen Christophe Bertin/Carole Grundisch (Frankreich), Niederlage gegen Lee Jin Kwon/Kim Kyung Ah (Korea)).
- Timo Boll erhielt den Fairplay-Preis, weil er in der entscheidenden Phase des Spiels gegen Liu Guozheng dem Schiedsrichter einen gegnerischen Kantenball anzeigte. Zusätzlich würdigte das Internationale Komitee für Fairplay im Sport (CIFP) diese Verhalten und verlieh Boll 2006 einen Preis.[1]
- Günter Höhne (Hankensbüttel) war der einzige deutsche Schiedsrichter bei dieser WM.[2]
- ↑ Zeitschrift tischtennis, 2006/7 S.7
- ↑ Zeitschrift tischtennis, 2005/4 S.7
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