Wald ZH
Wald (ZH) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Hinwil des Kantons Zürich in der Schweiz. Zur Gemeinde Wald gehören die Ortschaften Faltigberg und Laupen.
Blasonierung
- In Silber auf grünem Boden drei grüne Tannen mit roten Stämmen
Wald liegt im Zürcher Oberland an der Route Rüti ZH – Bauma – Winterthur, an der südöstlichen Kantonsgrenze, im Tal der Jona, dem Einschnitt zwischen Scheidegg, Batzberg und Bachtel. Der tiefste Punkt der Gemeinde ist im Grundtal auf 565 Meter über Meer.
Ried, die nördlichste Wacht, liegt auf einer Endmoräne der letzten Vergletscherung, welche die Wasserscheide zwischen Töss und Jona bildet. War schon früh dicht besiedelt, da der Pilgerweg nach Einsiedeln vorbeiführt [2]
Hittenberg, eine Geländestrasse in rund 900 Metern Höhe, ist einwohnermässig die kleinste Walder Wacht. Hier befindet sich die Zürcher Höhenklinik, das einstige Sanatorium für Lungenkranke [2]
[Bearbeiten] Güntisberg-Mettlen
Güntisberg-Mettlen liegt auf dem Batzberg, der Wald nach Südwesten abgrenzt. Hier befinden sich viele stattliche Bauernbetriebe, welche die topographischen und klimatischen Verhältnisse nutzen [2]
Hüebli thront über dem Sagenraintobel. Der Weiler umfasst viele Gehöfte, die zwischen Hischwil und Fälmis am steilen Abhang der Scheidegg angesiedelt sind. [2]
Laupen stellt die grösste Aussenwacht Walds dar. Entwickelte sich mit dem Bau der Textilfabriken zu einem eigenen Dorfteil mit viel Eigenständigkeit und Aktivität. [2]
Blattenbach, das keine eigene Schule hat, ist historisch bedeutungsvoll mit dem Hof Rickenbach (1217 erwähnt) und der Pilgerherberge "zum roten Schwert" (1530 erbaut). [2]
Folgende Gemeinden grenzen an Wald ZH: Dürnten, Eschenbach SG, Fischenthal,
Goldingen SG, Hinwil und Rüti ZH.
Die SVP hat 39 %, die SP 19%, die FDP 13%, die Grüne 10 %, die CVP 7 %, und die EVP 4 % der Wählerstimmen.
Gemeindepräsidentin Käthi Schmidt-Halbheer (CVP Stand 2009).
Wald wurde erstmals 1217 in einer Urkunde erwähnt. Im Jahr 1621 erhielt die Gemeinde das Marktrecht. In der Zeit der Industrialisierung war Wald ZH ein bedeutender Wirtschaftsstandort mit zahlreichen Spinnereien und Webereien.
Den topografischen Gegebenheiten verdankte die mechanisierte Industrie ursprünglich ihre Entwicklung in den Pionierzeiten. Durch Walds' Talschaft fliessen wasserreiche Bäche und Flüsse, deren Wasserkraft ab der Mitte des 19.Jahrhunderts genutzt wurde: Entlang Walds' Gewässer siedelten sich zuerst mechanische Spinnereien an. Mit der Errichtung von Stauweihern konnte bald Elektrizität produziert und genutzt werden. In grosser Zahl entstanden Webereien und machten Wald zur Textilmetropole des Zürcher Oberlandes.
Von der einstigen Vielzahl der Fabriken sind heute nur noch wenige mit der Textilverarbeitung beschäftigt. Der rasante technologischen Entwicklung und dem weltweiten Konkurrenzdruck versuchen diese mit Kreativität, Qualitätsdenken, Innovation und Spezialisierung zu begegnen.
Andere Fabrikanten haben auf die Produktion von Lebensmitteln umgestellt, Gebäulichkeiten veräussert oder vermieten als Immobilienfirmen ihre Räumlichkeiten.
In den Gebäuden haben sich heute neue, zukunftsorientierte Firmen orientiert: Metall- und Kunststoffverarbeitungsbetriebe, Hersteller von Apparaten für die Nahrungsmittel- und Pharma-Industrie, Verkaufsgeschäfte und verschiedene kleinere Betriebe. Alle versuchen sie auf ihre Weise das vorhandene industrielle Erbe zu nutzen.
Ebenso vermietet oder verkauft sind die markanten "Kosthäuser" (Mehrfamilienhäuser für seinerzeitige Fabrikarbeiter)[3]
Bei der Weberei Hueb handelt es sich vermutlich um das Gründerhaus der Industriellendynastie Honegger. Die Anlage ist in mehreren Etappen entsanden und hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Bereits 1813 befand sich an dieser Stelle eine Wassersäge - ein 13 Fuss hohes Wasserrad mit eisernem Kolben und einem Schwungrad aus Holz. 1853 richtete Caspar Honegger hier eine Nagelschmitte ein. Vier Jahre später baute er dem bestehenden Bau ein neues Webereigebäude an und nahm die Textilproduktion auf. Die kleine Fabrik gedieh prächtig, und als sie 1860 niederbrannte, liess sich der Industriepionier nicht entmutigen und baute sie sogleich - grösser als zuvor - wieder auf. Dabei erhielt sie ihre heutige monolitische Form.
Gegen mitte des 20. Jahrhunderts wurde die Hueb hangseits mit einem markanten Anbau unter einem Quergibel vollendet. Während der Wirtschaftskrise von 1929 bis 1935 wurden in der honeggerschen Weberei Streikposten aufgezogen und die Fabrik drei Monate lang bestreikt. Im Jahr 1939, als die Gegend ein katastrophales Unwetter erlebte, öffnete sich am Hang des Bachtels gleich oberhalb der Fabrik, ein über zehn Meter tiefer, heute begehbarer Felsschrund, der Bachtelspalt. Der Huebbach schwoll zu einem reissenden Sturzbach an, riss Bäume und Felsbrocken mit, die sich an den Brücken bei der Fabrik derart stauten, dass der Bach durch die unteren Geschosse der Fabrik schoss und diese mannshoch mit Geröll und Geschiebe eindeckte. Weil zu allem Unglück zu dieser Zeit die wehrfähigen Männer mobilisiert wurden und an den Grenzen standen, lag es an den zurückgebliebenen Frauen, die Schäden des Unwetters zu beheben und die Fabrik wieder in Gang zu bringen. Später verlegte man den Bach mit grossem Aufwand in ein gemauertes Bachbett, wo er auch bei Jahrhundertunwettern keinen Shaden mehr anrichten kann. Die Baumwollweberei, nun mit modernen mechanischen Webstühlen ausgerüstet, war in der Folge bis zu ihrer Stilllegung im Jahr 1988 in Betrieb.[4]
Wald ist durch die S26 der S-Bahn Zürich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Ebenfalls wird die Gemeinde durch die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland bedient.
Im Nordholz existiert ein rund 600 Meter langer Vitaparcours mit 5 Fitnessbuchten. Der gesamte Vitaparcours befindet sich auf einer Finnenbahn.
An der Walder Bahnhofstrasse finden jährlich jeweils der Herbst- wie auch der Weihnachtsmarkt statt.
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Reformierte Kirche in Wald
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