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Weilburg




Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Weilburg
Weilburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Weilburg hervorgehoben
50.48333333338.25152
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Limburg-Weilburg
Höhe: 152 m ü. NN
Fläche: 57,45 km²
Einwohner:

13.378 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte: 233 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35781
Vorwahl: 06471
Kfz-Kennzeichen: LM
Gemeindeschlüssel: 06 5 33 017
Adresse der Stadtverwaltung: Mauerstraße 6-8
35781 Weilburg
Webpräsenz:
Bürgermeister: Hans-Peter Schick
Lage der Stadt Weilburg im Landkreis Limburg-Weilburg
Karte
Luftaufnahme 2007

Weilburg ist mit etwas mehr als 13.000 Einwohnern nach Limburg an der Lahn und Bad Camberg die drittgrößte Stadt im Landkreis Limburg-Weilburg in Hessen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Geographische Lage

Weilburg liegt im Lahntal zwischen Westerwald und Taunus.

[Bearbeiten] Nachbargemeinden

Weilburg grenzt im Norden an die Gemeinden Merenberg und Löhnberg (beide im Landkreis Limburg-Weilburg), im Osten an die Stadt Braunfels (Lahn-Dill-Kreis), im Süden an die Gemeinden Weilmünster, Weinbach und die Stadt Runkel, sowie im Westen an die Gemeinde Beselich (alle im Landkreis Limburg-Weilburg).

[Bearbeiten] Stadtgliederung

Neben der Kernstadt Weilburg, in der knapp 40 Prozent der Einwohner leben, gehören die Stadtteile Ahausen, Bermbach, Drommershausen, Gaudernbach, Hasselbach, Hirschhausen, Kirschhofen, Kubach, Odersbach und Waldhausen zum Stadtgebiet.

Panorama Weilburg vom Kanapee
Panorama Weilburg vom Kanapee

[Bearbeiten] Geschichte

Die Karte der Topographische Aufnahme der Rheinlande auf der das Gebiet nordwestlich von Weilburg kartiert ist

Als älteste Siedlungsspuren im unmittelbaren Weilburger Umland gelten Funde aus der La-Tène-Zeit auf dem Scheuernberger Kopf bei Kirschhofen.

Weilburg wurde erstmals im Jahre 906 in einer Chronik des Abtes Regino von Prüm als Festung mit dem Namen Wilineburch erwähnt. Sechs Jahre später gründete König Konrad I., dessen im Jahre 906 bei Fritzlar im Kampf gegen die Babenberger gefallener Vater in der Festung beigesetzt wurde, hier eine Kirche und eine Abtei. 912 wurde in Weilburg das St. Walpurgis-Chorherrenstift gegründet. Die hoch gelegene Anlage ermöglichte die Kontrolle der Lahn sowie der "Hohen Straße" von Frankfurt nach Köln und der Via Publica von Flandern nach Böhmen, die in der Nähe vorbeiführten.

918 erlangte die Wilineburg eine besondere geschichtliche Bedeutung, als König Konrad I. dort auf seinem Sterbebett seinem Bruder Eberhard empfahl, die Reichsinsignien seinem härtesten Kontrahenten, dem Sachsenherzog Heinrich, zu überbringen (Weilburger Testament).

Von 993 bis 1062 wurde nach und nach die ganze Stadt an das Bistum Worms verschenkt. Etwa im Jahre 1225 verpfändete der Bischof von Worms die Herrschaft an das Haus Nassau, das sie 1294 schließlich aufkaufte und dem Ort ein Jahr später das gleiche Stadtrecht wie der Stadt Frankfurt verlieh. Graf Johann I. von Nassau errichtete hier 1355 seine Residenz, erneuerte die Burg und errichtete Stadtbefestigungen. 1359 ließ er eine steinerne Brücke über die Lahn errichten.

Das Haus Nassau-Weilburg prägte die Geschichte der Stadt mehrere Jahrhunderte lang. Besonders Graf Johann Ernst (1664-1719) erneuerte und verschönerte seine Residenzstadt durch Erweiterung des Hochschlosses, Anlegung eines Parks und Veränderung der Stadtfront. Weilburg wurde dadurch zu einem der am vollständigsten erhaltenen Beispiele für eine deutsche Kleinresidenz des Absolutismus. Ab 1806 war die Stadt Regierungssitz des neu geschaffenen Herzogtums Nassau. Erst im Jahre 1816 verlegte Herzog Wilhelm die Residenz nach Biebrich. Das Herzogtum Nassau wurde 1866 von Preußen annektiert.

Baugeschichtlich ist Weilburg durch seine Lehmbauten aus der Zeit nach 1800 bekannt. Durch den besonderen Einsatz des 'Regierungsadvokaten' Wilhelm Jacob Wimpf wurde der so genannte 'Pisee-Bau' in Stadt und Umgebung gefördert, wovon heute noch das höchste (Stampf-)Lehmgebäude Deutschlands, ein sechsgeschossiges Wohnhaus, zeugt.

[Bearbeiten] Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg

Ab 1933 übernahmen, wie in anderen deutschen Städten, die Nationalsozialisten die Macht in Weilburg. Schon vorher hatte die NSDAP in der Region starke Zugewinne bei Wahlen erzielt. Der letzte, von einer demokratisch geprägten Stadtverordnetenversammlung gewählte Bürgermeister Diffenhardt wurde im Sommer 1933 durch ein Misstrauensvotum der NSDAP abgesetzt. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt nur geringfügige Beschädigungen. Die Mittelfront der Oberen Orangerie des Schlosses stürzte ein, nachdem eine für den Weilburger Bahnhof bestimmte Fliegerbombe unmittelbar vor dem Portal aufschlug und explodierte. Auch das Bahnhofsgebäude und das nahegelegene Wohnhaus der Brauerei Helbig wurden in Mitleidenschaft gezogen. Während der Einnahme der Stadt durch US-amerikanische Truppen am 27. März 1945 wurden durch die Gefechte nochmals leichte Schäden verursacht, allerdings wurden sämtliche Weilburger Brücken von der Wehrmacht gesprengt.

[Bearbeiten] Kommunales Zentrum

Weilburg war Kreisstadt des Oberlahnkreises ab dessen Gründung 1867. Diese Funktion verlor Weilburg, als im Rahmen der Landesneugliederung (Kreisreform) in Hessen auch der Oberlahnkreis und Kreis Limburg aufgelöst wurden und am 1. Juli 1974 der neue Landkreis Limburg-Weilburg entstand, zu dessen Kreisstadt Limburg bestimmt wurde. Bis heute findet sich aber eine Außenstelle der Kreisverwaltung im ehemaligen Landratsamt in der Limburger Straße.

In Weilburg fand vom 17. bis 26. Juni 2005 der 45. Hessentag statt.

[Bearbeiten] Geschichte der Stadtteile

Ahausen wird erstmals 1320 in einer Urkunde erwähnt. Das Haufendorf liegt unmittelbar an der Lahn und der Einmündung des Grundbachs, was die frühere Existenz von drei Mühlen erklärt.

Unter der Bezeichnung "Berinbach" wird 1253 erstmals der Stadtteil Bermbach erwähnt. Neben der Landwirtschaft war es der Bergbau, in dem die Einwohner Bermbachs tätig waren. Der Erzabbau in den auf Bermbachs Gemarkung befindlichen Gruben wurde um 1914 eingestellt.

Die Bestätigung eines Gutshofs im Jahr 1196 durch Papst Coelestin III. ist die urkundliche Ersterwähnung von Drommershausen. Für 1666 ist eine Ölmühle bezeugt und ein Hochofen zur Verhüttung des in der Umgegend gewonnenen Eisenstein wird 1679 genannt.

Als "Gauderinbach" wird im Jahr 1325 erstmals der heutige Weilburger Ortsteil Gaudernbach erwähnt. Der Ort gehörte einst zum Amt Runkel und dem Kirchspiel Schupbach. Die dem heiligen Petrus geweihte Kapelle wurde 1769 erbaut. Eine Schule im Ort wird schon vor 1618 erwähnt, wie lange sie Bestand hatte ist allerdings unbekannt. Bei einem Großbrand im Jahr 1863 wurden 68 Gebäude in Gaudernbach vernichtet. Neben der Landwirtschaft und dem Bergbau fanden die Einwohner ihr Auskommen als Arbeiter im Gaudernbacher Lahnmarmorbruch.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1235 wird erstmals der Ortsname "Hasilibach" erwähnt, der sich später zu Hasselbach wandelte. Zur Zeit ihrer Ersterwähnung gehörte die Siedlung dem trierschen Burgmann Johann von Schupbach, der in Montabaur residierte.

Hirschhausen - Evangelische Kirche 1763

Hirschhausen wird erstmals 1327 urkundlich erwähnt und ist 1466 als "Herbishusen" in Schriftstücken zu finden. In der Gemarkung Hirschhausen fanden sich mehrere Rot- und Brauneisensteingruben, unter denen die Grube "Anna" eine der reichsten im Lahngebiet war. Erwähnenswert ist die durch 27 Hirschhäuser Familien 1763 erbaute achteckige evangelische Kirche. Nahe Hirschhausen bestand im 15. bis zur Mitte des 16. Jahrhundert die Wallfahrtsstätte Pfannstiel.

Die erste urkundliche Erwähnung des Stadtteils Kirchhofen datiert aus dem Jahr 1363 mit der Schreibweise "Kyrchschyrben". Die Schreibung "Kirschhofen" ist seit 1684 bekannt. Seit 1978 ist Kirchhofen über eine Fußgängerbrücke mit dem auf der anderen Lahnseite liegenden Stadtteil Odersbach verbunden.

Der Stadtteil Kubach findet als „parvulam cubach“ erstmals in der Urkunde Ottos III. vom 27. Dezember 1000 Erwähnung. Eine eigene Kirche wird für Kubach ab 1516 angenommen. Die heute im Ort vorhandene Kirche wurde 1784 fertiggestellt.

Odersbach und Waldhausen sind die beiden Weilburger Stadtteile, deren erste Erwähnung noch vor der Weilburgs im Jahr 906 datiert ist.

Waldhausen wird erstmals im Jahr 881 im Goldenen Buch der Abtei Prüm erwähnt. Seine Bezeichnung darin lautet "Mark Ualthusa" und bezieht sich auf die dortige Siedlung und den karolingische Waldbesitz. Landwirtschaft und Bergbau bildeten bis 1960 die Haupterwerbsquellen der Einwohner.

[Bearbeiten] Politik

Das Weilburger Rathaus

[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 35,4 13 32,8 12
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 40,2 15 40,9 15
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 6,5 2 5,3 2
FDP Freie Demokratische Partei 6,6 3 6,4 2
FWG Freie Wählergemeinschaft 11,3 4 14,6 6
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 43,4 53,2

[Bearbeiten] Partnerschaften

Eine Städtepartnerschaft mit Tortona (Italien) bestand von 1964 bis August 2008.

Weilburg - Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

[Bearbeiten] Wappen

Das Wappen der Stadt Weilburg wurde erst anlässlich des tausendjährigen Bestehens der Stadt im Jahre 1906 gestiftet. Es zeigt eine Burg (silber) auf blauem Untergrund. Der mittlere von drei Zinnentürmen trägt einen roten Turmhelm mit goldener Kugel auf der Spitze. Das schwarz beschlagene, geschlossene Tor ist belegt mit einem blauen Schild, auf dem in Gold der Löwe von Nassau dargestellt ist. Vorbild war das Weilburger Stadtsiegel von 1329.

[Bearbeiten] Fahne

Die Stadtfahne Weilburgs zeigt längsgestreift die Farben Gelb, Blau und Weiß. Die Farben ergeben sich aus denen des Stadtwappens (Gelb - Gold, Blau - Farbe der früheren Grafen, Weiß - Silber).

[Bearbeiten] Siegel

Das Stadtsiegel Weilburgs ist erstmals auf einer Urkunde aus dem Jahr 1327 nachgewiesen. Vermutlich wurde dieses Siegel jedoch bereits aus Anlass der 1295 erfolgten Stadtrechtsverleihung angeschafft. Das Siegel trägt die Inschrift: SIGILLUM CIVITATIS IN WILBURC. (Siegel der Bürgerschaft in Weilburg). Das Siegelbild zeigt eine Stadtmauer mit zwei gleichhohen Ecktürmen, dazwischen einen höheren Turm mit Spitzdach und in der Mitte der Stadtmauer ein Stadttor mit Wappen.

Neben dem Erstsiegel wurde, wahrscheinlich im ausgehenden 14. Jahrhundert, ein kleineres Siegel angeschafft. Ein Ersatz für dieses Siegel wurde vor 1650 in Auftrag gegeben.

Neben diesen drei noch vorhandenen Stadtsiegeln wurde ein weiteres Siegel, ebenfalls nach dem Vorbild des Erstsiegels, im Jahr 1905 geschaffen.

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

Das Schloss prägt das Stadtbild von Weilburg

Das Schloss Weilburg ist seit 1935 ein Museum das nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen ist.

Im ehemaligen Kanzleigebäude des Schlosses ist das Bergbau- und Stadtmuseum der Stadt Weilburg untergebracht, das dort über eine Ausstellungsfläche von 1200m² verfügt. Präsentiert werden Exponate aus der Stadtgeschichte Weilburgs und eine umfangreiche Ausstellung über die Tradition des Bergbaus in Weilburg und Umgebung. Für das seit 1972 bestehende -und damit älteste Bergbaumuseum Hessens- wurde im Schlossberg eine 200 Meter lange Schaustollenanlage eingerichtet, in der originale Bergbaumaschinen aufgestellt sind.

Seit Mai 2008 werden in einer Abteilung des Museums auch ca. 100 Arbeiten chinesischer Papierschnittkunst gezeigt. Die Präsentation chinesischer Papierschnittkunst außerhalb Chinas ist bisher weltweit einmalig.

Im Ortsteil Gaudernbach befindet sich das Deutsche Baumaschinen-Modellmuseum. Das Museum wurde durch das Bauunternehmen Walter Feickert GmbH im Jahr 1989 gegründet. Hier werden ca. 1.200 Baumaschinen-Modelle und Baustellen-Modelle präsentiert.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

Die Weilburger Schlosskonzerte sind seit 1973 eine Konzertreihe mit meist klassischer Musik im Schloss, in der Schlosskirche oder im Renaissancehof des Schlosses. Sie finden jährlich im Sommer statt.

Die Weilburger Kirmes wird nachweislich seit 1569 begangen. Manche Bräuche haben sich seit langen erhalten, wie das „Anschießen“ der Kirmes, die Stiftung von Schießpreisen, die erstmals für 1746 durch die Stadt überliefert ist und später auf Preisstiftungen durch die Bürger erweitert wurde, das Schießen auf die Ehrenscheibe und der von Mädchen aufgeführte Kirmestanz. Träger der der Kirmes ist die im Jahr 1813 gegründete Weilburger Bürgergarde, in deren Händen seitdem die Fortführung der traditionellen Weilburger Kirchweih liegt.

[Bearbeiten] Bauwerke

Das höchste Stampflehmgebäude Deutschlands. (Errichtet vor 1836)
Blick vom Landtor zur Frankfurter Straße

Weilburg war viele Jahre lang eine Residenz und Regierungssitz des Haus Nassau-Weilburg. Die Gebäude prägen bis heute das Stadtbild der Innenstadt. Das wichtigste Gebäude ist das Schloss aus dem 14. Jahrhundert. Es wurde im 16. und 18. Jahrhundert umgebaut. Die als Kernschloss bezeichneten Renaissance-Teile werden zu den am besten erhaltenen Renaissanceschlössern in Hessen gezählt. Nach der barocken Erweiterung unter Johann-Ernst von Nassau-Weilburg nimmt es fast die Hälfte der Altstadt ein. Zum Schloss gehört auch die evangelische Schlosskirche vom Anfang des 18. Jahrhunderts.

Auch die Gebäude am Marktplatz, mit dem Neptunbrunnen (von 1709), und in der Altstadt wurden zeitgleich mit dem Schloss errichtet. Daneben stehen aber noch weitere Fachwerkhäuser vom 16. bis zum 19. Jahrhundert.

Auf dem alten Friedhof befindet sich ein Kalvarienberg und die Heilig-Grab-Kapelle, eine Kapelle die sich an der Grabeskirche in Jerusalem orientiert.

Für das Gymnasium Philippinum Weilburg wurde im 18. Jahrhundert ein repräsentatives Gebäude errichtet. Das Gebäude beherbergt heute die Kreis- und Stadtbibliothek.

Im 19. Jahrhundert wuchs das Stadtgebiet deutlich über die mittelalterlichen Stadtgrenzen hinaus. In der Limburger Straße, der Bahnhofstraße und Frankfurter Straße wurden viele Stampflehmgebäude (Pisee-Bauten) errichtet. Insbesondere an der Bahnhofstraße besteht noch eine geschlossene Fassadenflucht. In Weilburg steht auch das höchste deutsche Gebäude dieser Bauart.

Als weltweit einmalig gilt das Weilburger Tunnelensemble. Hier liegen nebeneinander Tunnel für Auto, Schiff und Eisenbahn. Insbesondere der 1847 eröffnete Schiffstunnel stellt ein in Deutschland einmaliges Bauwerk dar. Der jüngste Tunnel des Ensemble ist der im Jahr 2004 freigegebene Mühlbergtunnel der Teilortsumgehung Weilburg.

Bei dem Ort Drommershausen befinden sich Ruinen des ehemaligen Klosters und der Wallfahrtskirche Unserer lieben Frau und St. Johann in Pfannstiel der Johanniter. Die Ersterwähnung des Klosters und der Wallfahrtskirche erfolgte 1364. Das Kloster war der Kommende Nieder-Weisel bei Butzbach unterstellt. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster im 16. Jahrhundert aufgehoben.

[Bearbeiten] Parks

Das Schloss in Weilburg verfügt über einen Schlosspark, der sich über mehrere Terrassen entlang der Lahn erstreckt.

Im Stadtteil Hirschhausen befindet sich der Tiergarten Weilburg. Ursprünglich handelte es sich um einen Jagdpark der Weilburger Grafen. Heute ist er ein Wildpark der von 70.000 Menschen jährlich besucht wird.

[Bearbeiten] Urlaub und Freizeit

Sehr beliebt ist das Kanufahren auf der Lahn. Verschiedene Bootsverleiher stellen Kanus, Kanadier und Kajak stundenweise oder für Tagestouren zur Verfügung.

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

Im Stadtteil Kubach befindet sich die Kristallhöhle. Große Teile der Wände dieser Klufthöhle sind mit unzähligen Kalkspatkristallen und Perlsinter besetzt. Der Kristallschmuck der Wände gilt in dieser Form als einzigartig in Deutschland. Mit einer Länge von ca. 200 m, einer Breite bis zu 23 m und bis zu 30 m Höhe gilt die Höhle als der größte natürliche untertägige Einzelhohlraum, der in Deutschland zu besichtigen ist.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Empfangsgebäude des Bahnhofs (Architekt: Heinrich Velde)

[Bearbeiten] Verkehr

Die Stadt befindet sich an der Lahntalbahn KoblenzLimburgWeilburgWetzlarGießen und gehört dem Rhein-Main-Verkehrsverbund an. Bis 1969 war Weilburg Endpunkt der aus Grävenwiesbach kommenden Weiltalbahn. Zu diesem Zweck war am Weilburger Bahnhof ein Lokschuppen mit Drehscheibe errichtet worden. Nach der Stilllegung der Weiltalstrecke wurden die Gebäude in den 1980er Jahren abgerissen. Auch der einstige Güter- und Rangierbahnhof ist bis auf drei Abstell- und ein Überholgleis abgebaut.

Die Oberlahnbrücke in Weilburg

Über die Bundesstraßen 49 und 456 ist Weilburg von den Autobahnen A3 (aus Richtung Limburg) und A45 (aus Richtung Wetzlar) sowie aus dem Rhein-Main-Gebiet zu erreichen. Die Bundesstraße 456 überquert in Weilburg die Lahn auf der Oberlahnbrücke. Diese wurde im Zuge der Teilortsumgehung Weilburg errichtet. Neben der Oberlahnbrücke existieren in Weilburg mit der Steinerne Brücke und der Ahäuser Brücke drei Lahnbrücken für Kraftfahrzeuge und mit dem Ernst-Dienstbach-Steg eine Fußgängerbrücke.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Weilburg ist Sitz der Vistec Semiconductor Systems.

[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen

Weilburg hat eine jahrhundertealte Tradition als Schulstadt. Bereits 1231 wird ein Scholaster erwähnt und 1360 die Stiftsschule. Nachfolgerin der Stiftsschule wurde die am 15. Oktober 1540 von Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg gegründete evangelische Freischule. Die älteste Schule Weilburgs, das Gymnasium Philippinum, ist aus dieser Freischule hervorgegangen.

An Schultagen werden die Bildungseinrichtungen Weilburgs heute von über 8000 Schülerinnen und Schülern besucht.

In Weilburg bestehen heute folgende Schulen:

  • Christian-Spielmann-Schule (Grundschule); für Schüler des auf der Taunusseite befindlichen Stadtbereichs und der Stadtteile Bermbach, Hirschhausen, Kirschhofen und Kubach. Benannt nach dem Historiker Christian Spielmann.
  • Pestalozzischule (Grundschule); für Schüler des auf der Westerwaldseite befindlichen Stadtbereichs und der Stadtteile Gaudernbach, Hasselbach, Odersbach und Waldhausen.
  • Heinrich-von-Gagern-Schule (Haupt- und Realschule); für Schüler aus dem Kreis Limburg-Weilburg und aus dem Lahn-Dill-Kreis.
  • Jakob-Mankel-Schule (integrierte Gesamtschule seit 1994, bis 2008 einzige integrierte Gesamtschule des Kreises Limburg-Weilburg) bietet die Bildungsgänge Hauptschule, Realschule und Gymnasium in integrierter Form bis zur 10. Klasse an.
  • Gymnasium Philippinum (Gymnasium); ist die älteste der Weilburger Schulen und wird von Schülern aus Orten des ehemaligen Oberlahnkreises wie aus dem Lahn-Dill-Kreis besucht.
  • Walderbachschule (Schule für praktisch Bildbare); ist eine Förderschule mit dem Ziel, Schülern in Abhängigkeit von deren individuellem Behinderungsgrad dabei zu helfen, ein möglichst hohes Maß an bewusster Lebenszufriedenheit zu erlangen.
  • Windhofschule (Schule für Lernhilfe und für Körperbehinderte); ist eine Förderschule und ein sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum. Die Windhofschule bietet körperbehinderten Schülern die Möglichkeit an einem schulischen Leben zusammen mit nicht körperbehinderten Schülern teilzunehmen.
Wilhelm-Knapp-Schule
  • Wilhelm-Knapp-Schule (Berufsschulzentrum); vereinigt zehn Schulformen im Bereich der beruflichen Schulausbildung. Dazu gehören die Zweige des Beruflichen Gymnasiums, der Fachoberschule und der Höheren Handelsschule. Schwerpunkte an der Fachschule für Betriebswirtschaft sind u. a. die Bereiche Touristik, Marketing, Franchising, Personal- und Finanzmanagement. Die Aus- und Weiterbildung im Bereich Franchising bietet die Wilhelm-Knapp-Schule seit dem Schuljahr 2006/07 als erste Aus- und Weiterbildungsstätte in Deutschland an.
Luftbild der Staatliche Technikerschule Weilburg
  • Staatliche Technikerschule Weilburg (Staatliche Fachschule); verfügt über etwa 500 Plätze für Studierende in den Bereichen Maschinen-, Elektro-, Informationstechnik, Mechatronik und für Informationstechnische Assistentinnen und Assistenten in der beruflichen Erstausbildung. Außerdem unterhält die Frankfurter Johann-Wolfgang-Goethe-Universität dort eine Außenstelle des Instituts für Didaktik der Chemie. Der Staatlichen Technikerschule ist das Studierendenwohnheim "Windhof" angeschlossen, in dem 150 Einzelzimmer zur Verfügung stehen.
  • Amt für Lehrerbildung; in Weilburg besteht eine Tagungsstätte des Amtes zur Durchführung von Bildungsmaßnahmen im Rahmen der Aus- und Weiterbildung.
  • Hessisches Forstliches Bildungszentrum (FBZ); ist eine überbetriebliche Ausbildungsstätte von HESSEN-FORST beim Forstamt Weilburg. Das FBZ dient als Aus- und Fortbildungsstätte für Forstwirte, Forstbeamte, Angestellte, Unternehmer und Privatpersonen. Der Berufsschulunterricht erfolgt in Zusammenarbeit mit der Wilhelm-Knapp-Schule.
  • Dachdeckerzentrum Hessen; ist eine Bildungseinrichtung des Landesinnungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Hessen und dient der Fort- und Weiterbildung von Beschäftigten im Dachdeckerhandwerk.
  • Kreisvolkshochschule Limburg-Weilburg e.V.; ist in Weilburg mit einer Hauptstelle vertreten.
  • Weilburger Musikschule; ging 1982 aus einem Förderkreis hervor und wird heute von dem Verein "Weilburger Musikschule" getragen. Die Angebote der Musikschule werden von über 1000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wahrgenommen.

[Bearbeiten] Justiz

Mit dem Amtsgericht Weilburg verfügt der Ort über ein Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit.

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Weilburg

[Bearbeiten] Weitere Persönlichkeiten

  • Konrad I., der Jüngere (* unbekannt; † 23. Dezember 918 in Weilburg; beerd. in Fulda), war seit 906 Herzog von Franken und von 911 bis 918 König des Ostfrankenreichs.
  • Friedrich Ludwig von Sckell (* 13. September 1750 in Weilburg, † 24. Februar 1823 in München) einer der bedeutendsten deutschen Gartengestalter, Begründer der „klassischen Phase“ des englischen Landschaftsgartens in Deutschland.
  • Wilhelm Jacob Wimpf (* 15. November 1767 in Weilburg, † 11. April 1839 ebenda), Unternehmer und Pionier des Lehmbau
  • Johann Philipp Krebs (* 7. Juli 1771 in Glauchau; † 28. September 1850 in Weilburg), Altphilologe
  • Joseph Muth (* 9. Januar 1788 in Hadamar; † 7. März 1866 in Weilburg), Lehrer und Historiker
  • Carl Boos (* 8. September 1806 in Weilburg, † 18. Juli 1883 in Wiesbaden); Architekt; baute u. a. die Marktkirche in Wiesbaden
  • Heinrich von Gagern (* 1798 in Bayreuth, † 22. Mai 1880 in Darmstadt), aufgewachsen in Weilburg und Abitur am dortigen Gymnasium Philippinum, 1848 Präsident der Frankfurter Nationalversammlung.
  • Gert Fritz Unger († 3. August 2005 in Weilburg), Schriftsteller und Westernautor
  • Ulrike Meinhof kam 1952 nach Weilburg, wo sie das Gymnasium Philippinum bis zum Abitur 1955 besuchte.
  • Hermann Usener (*1834 Weilburg; †1905 Bonn) evangelischer klassischer Philologe und Religionswissenschaftler
  • Heinrich Heinlein (* 3. Dezember 1803 in Weilburg), Maler
  • Erwin Schmidt (* 20. Juli 1886 in Weilburg; † 31. August 1956 ebenda), Heimatforscher
  • Richard Hoin (* 23. Juli 1879 in Odersbach; † 14. Oktober 1944 ebenda) Politiker und Widerstandskämpfer
  • Willy Heigl (* 25. März 1904 in Dillenburg; † 15. März 1973) Erster Bürgermeister Weilburgs nach Ende des Dritten Reiches; Abgeordneter des Beratenden Landesausschusses (Vorläufer des Hessischen Landtages)
  • Thomas Valentin (* 13. Januar 1922 in Weilburg; † 22. November 1980 in Lippstadt) Schriftsteller
  • Benno von Heynitz (*1924), Gegner der SED-Diktatur und Gründungsvorsitzender des Bautzen-Komitees

[Bearbeiten] Literatur

  • Bernd Modrow, Claudia Gröschel: Fürstliches Vergnügen. 400 Jahre Gartenkultur in Hessen. Verlag Schnell + Steiner, Regensburg 2002, ISBN 3-7954-1487-3
  • Magistrat der Stadt Weilburg an der Lahn (Hg.); Weilburg an der Lahn. 700 Jahre Stadtrechte 1295-1995, Weilburg 1995, ISBN 3-926617-14-4
  • Carl Wehrum: 150 Jahre Weilburger Bürgergarde. Selbstverlag der Weilburger Bürgergarde, Weilburg 1963.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2008 (Hilfe dazu)

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Weilburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wissen im Web, 2010.
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